Volleyball WM
"Schmetterlinge" wollen den WM-Fluch besiegen

Deutschlands Volleyballerinnen wollen bei der WM in Japan endlich ihre erste Medaille holen. Zum Auftakt trifft die Mannschaft von Bundestrainer Giovanni Guidetti am Dienstag in Sapporo auf die Dominikanische Republik.

Die erste WM-Medaille der Geschichte einzufahren - das ist der große Traum. Bei der Weltmeisterschaft hoffen Deutschlands Volleyballerinnen auf das Wunder von Japan. Passend dazu stimmte Bundestrainer Giovanni Guidetti seine "Schmetterlinge" am Sonntag im Teamquartier in Sapporo mit dem Film "The Miracle" auf das Schlüsselspiel zum Auftakt gegen die Dominikanische Republik am Dienstag (6 Uhr MEZ/live bei arena) ein.

"Nichts ist unmöglich für euch", beschwor der Motivationskünstler und zeigte den Streifen, der vom sensationellen Olympiasieg des US-Eishockeyteams 1980 in Lake Placid handelt. Zumindest personell sieht es im deutschen Lager schon einmal gut aus: Die deutsche Spielführerin Angelina Grün kann im Auftaktspiel auflaufen. Das Ärzteam gab trotz Problemen wegen eines Patellaspitzensyndroms im Knie grünes Licht.

Von Moltke: "Ziel ist Platz acht"

Verbandschef Werner von Moltke hält mit Blick auf ein 3:0 gegen den WM-Topfavoriten Brasilien im vorletzten Test das erste WM-Edelmetall der Geschichte - die besten Platzierungen waren bislang 1974 und 1986 Platz vier für die DDR - nicht für ausgeschlossen: "Ich will aber keine Medaille fordern. Schon wenn sie Fünfter werden, springe ich hoch, und hole mir eine Zerrung. Ziel ist Platz acht."

Das würde nach Rang zehn bei der enttäuschenden Heim-WM 2002 den Aufstieg in die Förderkategorie eins und geschätzte 40 000 Euro mehr bringen. Damit der warme Geldregen auch tatsächlich in die klamme Verbandskasse fließen kann, müssen Spielführerin Angelina Grün und Co. ihren ganz persönlichen WM-Fluch besiegen. Auch 1998 startete Deutschland mit einem Auftaktspiel gegen die Dominikanische Republik in die WM in Japan, verlor nach 2:0-Führung mit 2:3 und musste als blamierter 13. nach der Vorrunde nach Hause fahren.

Guidetti: "Fahren zur WM, um jedes Spiel zu gewinnen"

"Wir haben eine viel erfahrene Mannschaft als damals. Wir brauchen keine Angst vor einer neuen Pleite zu haben", sagt Kerstin Tzscherlich, die damals als eine von vier Spielerinnen aus dem aktuellen WM-Kader schon dabei war. Auch Guidetti will sich nicht mit der Vergangenheit beschäftigen: "Die Geschichte interessiert mich nicht. Wir fahren zur WM, um jedes Spiel zu gewinnen. Wir sind stark genug, um diese Prüfung zu bestehen."

Wenn der Auftakt allerdings schiefgeht, droht in der Gruppe B mit den weiteren Gegnern Mexiko, Russland, Aufsteiger Aserbaidschan und Olympiasieger China das Aus. Temperamentsbündel Guidetti lässt derlei düstere Gedanken gar nicht aufkommen - schließlich kommt er aus dem Land des amtierenden Weltmeisters Italien und schaffte als Assistenzcoach der Azzurri bei der WM 1998 Platz fünf: "Ich habe wie damals ein gutes Gefühl. Wir haben in den letzten Monaten härter gearbeitet als jedes andere Team der Welt. Dafür müssen die Mädels belohnt werden."

Cheftrainer bleibt auf jeden Fall

Der Cheftrainer, der in einem halben Jahr aus einer verängstigten Mannschaft ein selbstbewusstes Erfolgsteam mit glänzenden Testspielergebnissen formte, hat seinen Job unabhängig vom WM-Ergebnis sicher. Von Moltke will den Italiener mindestens bis nach Olympia 2008 verpflichten: "Guidetti bleibt in jedem Fall. Er erinnert mich manchmal an Klinsmann." Der beendete die WM bekanntlich mit Rang drei, eine schöne Vision für Guidetti: "Eine Medaille wäre mehr als ein Traum, es wäre ein kleines Wunder." Das Wunder von Japan eben.

© SID

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%