Volleyball WM
Tschechen zu stark für deutsche Volleyballer

Die deutschen Volleyballer haben bei der WM-Endrunde in Japan mit einem 1:3 gegen Tschechien die Zwischenrunde beendet. Nächster Kontrahent des DVV-Teams am Samstag ist nun Puerto Rico, der Gewinner spielt um Rang 9.

Auch gegen Tschechien setzte es für die deutschen Volleyballer bei der WM-Endrunde in Japan eine Niederlage. Nach der fünften Niederlage in Serie waren die Spieler ratlos, der angestrebte neunte WM-Platz bleibt aber erreichbar und 50 000 Euro mehr Fördergelder sind schon jetzt sicher. Trotz des enttäuschenden 1:3 (23:25, 27:25, 21:25, 13:25) gegen den EM-Neunten Tschechien reichte es zum Einzug in die Platzierungsspiele um die Plätze neun bis zwölf, da Verfolger Kuba zuvor gegen die USA 0:3 verlor. Im Überkreuzvergleich am Samstag in Tokio gegen Puerto Rico müssen sich Stefan Hübner und Co. freilich steigern.

Auftakt-Hoffnungen nicht erfüllt

"Mir machen einen gewaltigen Sprung in der Weltrangliste nach vorn, steigen von der Förderkategorie drei in die zwei auf", kommentierte Verbandschef Werner von Moltke. Weiteres Sponsorengeld über den erhöhten Bundeszuschuss hinaus ist allerdings nicht zu erwarten: "Bei der Wirtschaft überwiegen halt die nackten Zahlen und einen neunten Platz kann man deutschen Sport fast überall haben. Wir können nicht ganz zufrieden sein, weil sich die Hoffnungen auf eine Sensation nach den vier Siegen zum Auftakt nicht erfüllt haben."

Bei den Volleyballern dominierten nach der erneuten Pleite mit einem blamablen letzten Satz Durchhalteparolen. "Wir dürfen jetzt bloß den Kopf nicht in den Sand stecken", meinte Routinier Hübner. Bundestrainer Stelian Moculescu nahm die Niederlage angesichts des schon gesicherten Turnierverbleibs überraschend gelassen: "Wenn die Annahme nicht stimmt, dann kannst du nicht gewinnen - die haben uns auch viele Asse reingehauen."

Auswirkungen auf die Psyche aus dem neuerlichen Negativerlebnis scheinen allerdings nicht ausgeschlossen. Team-Oldie Ralph Bergmann meinte: "Da ist schon Ratlosigkeit da." Vielleicht hätten die inneren Erwartungen nach dem guten Start zu großen Druck erzeugt. "Wir waren nicht saufen, nicht in der Disco - irgendwo muss es ja haken", überlegte der 36-Jährige.

"Reservisten" am Zug

Der Einsatz der "Reservisten" Robert Kromm (mit zwölf Zählern bester Punktesammler), Mark Siebeck und Jochen Schöps über weite Strecken für Marcus Popp, Björn Andrae und Christian Pampel reicht als Begründung für den Leistungsabfall in der Mannschaft des Deutschen Volleyball-Verbandes (DVV) jedenfalls nicht aus. Lediglich im gewonnenen zweiten Abschnitt, als der Mittelblocker den dritten Satzball zum 27:25 unterbrachte, hinterließ das Team nach Fehlstart (3:7 und 6:10) einen geschlossenen Eindruck.

Ansonsten war beim Rivalen der 23-jährige Jan Stokr nicht zu stoppen, der 2,07-Meter-Mann holte allein 32 Zähler. Den Tschechen, deren Ausscheiden schon feststand, gelang so ohne große spielerische Raffinesse die Revanche für das Aus gegen Deutschland in der EM-Qualikation im September. Dies hatte den Abgang von Ex-Bundestrainer Igor Prielozny als Coach zur Folge gehabt.

Die mit vier Siegen furios in ihre erste WM-Endrunde seit zwölf Jahren gestartete DVV-Auswahl beendete die Zwischenrunden-Gruppe F als Sechster mit letztendlich 4:10 Punkten. Ein Sieg hätte für Platz fünf gereicht. Den schaffte nun noch der Olympiavierte USA (6:8 Punkte) und spielt in der Überkreuzpartie gegen Kanada. Ein Wiedersehen mit den US-Boys scheint also gut möglich.

© SID

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