Volleyball WM
Volleyballerinnen hoffen auf den Durchbruch

Nach einer 16 Jahre währenden Durststrecke wollen die deutschen Volleyballerinnen bei der WM in Japan wieder unter die besten acht Teams. Zum Auftakt geht's gegen Kasachstan.

Platz acht ist das Ziel, Platz vier der heimliche Traum - die Spielerinnen von Volleyball-Bundestrainer Giovanni Guidetti setzen bei der WM in Japan zum Höhenflug an. Gegen Auftaktgegner Kasachstan soll morgen (6.30 Uhr Mesz) die Basis für den Durchbruch gelegt werden, der die Enttäuschungen der vergangenen Weltmeisterschaften aus dem Gedächtnis löschen soll.

"Wir wollen endlich unter die besten acht Teams der Welt kommen", sagt Motivationskünstler Guidetti. "Mein großer Traum ist der vierte Platz, aber dafür muss einiges zusammenpassen, und man braucht eine Menge Glück." Das Quäntchen Glück habe vor vier Jahren gefehlt. Damals reichte es im Land der aufgehenden Sonne nur zu Platz elf. Der bis dato letzte große WM-Erfolg war der fünfte Platz 1994.

"Platz zehn bringt uns nicht weiter"

Präsident Werner von Moltke fordert von dem Team um Kapitän Christiane Fürst deshalb eine deutliche Leistungssteigerung. "Besser als das letzte Mal müssen sie sein. Und Platz zehn bringt uns nicht weiter, das Ziel sind die Plätze fünf bis acht", sagt von Moltke. Vor allen Dingen solle der EM-Vierte bis zum Ende durchziehen: "Es soll nicht so laufen wie bei den Männern. Die sind zwar Achter geworden, haben aber einen besseren Platz einfach hergeschenkt."

Zunächst muss die Auswahl des Deutschen Volleyball-Verbandes (DVV) jedoch die nicht ganz einfache Vorrunde überstehen. In der Stadtsporthalle von Matsumoto auf Japans Hauptinsel Honshu warten neben Außenseiter Kasachstan der Olympiazweite USA, der Olympiavierte Kuba sowie die schwächer einzuschätzenden Teams aus Kroatien und Thailand.

Mannschaft ist reifer geworden

Ein Auftaktsieg gegen Kasachstan ist Pflicht, denn im Anschluss geht es gegen die USA und Kuba. Mit drei Niederlagen zum Auftakt wäre der Zug zur Zwischenrunde in Nagoya fast schon abgefahren.

Hoch gehandelt wurden die deutschen Volleyballerinnen bei den vergangenen Weltmeisterschaften immer - und jedes Mal folgte der Absturz. 1998 schied das Team in der Vorrunde aus, 2002 enttäuschte es bei der Heim-WM mit Platz zehn, und vor vier Jahren setzte es mit Rang elf den nächsten Nackenschlag.

Dabei hatte das Team damals nach einem furiosen Start schon von einer Medaille geträumt, ehe der Absturz folgte. "Das passiert uns nicht noch mal", sagt Guidetti. Die Mannschaft sei über die vergangenen zwei Jahre gewachsen und reifer geworden.

Tischplatte als Übeltäter

Zwar muss der Italiener auf seine jahrelange Anführerin Angelina Grün verzichten, einen Nachteil sieht er darin aber nicht. Man sei flexibler geworden und insgesamt auf einem höheren Niveau. Früher habe sich der Gegner nur auf Grün konzentriert, jetzt sei sein Team nicht mehr so leicht auszurechnen.

Zudem machte die Mannschaft in der Endphase der Vorbereitung noch einen weiteren Schritt nach vorn. Nachdem es in Deutschland zuletzt drei Niederlagen in Folge gegen die Türkei gegeben hatte, erreichte die Auswahl in Tokio eine ausgeglichene Bilanz gegen Gastgeber Japan und besiegte den EM-Dritten Polen mit 3:2. Guidetti wolle das allerdings nicht überbewerten, die Ergebnisse seien völlig nebensächlich.

Seine Spielerinnen sind jedenfalls hochmotiviert und topfit. Verletzungen gab es nur im Betreuerstab zu beklagen. Co-Trainer Felix Koslowski fiel im Training eine Tischplatte auf den Daumen. In der Notaufnahmen wurde die Verletzung mit zehn Stichen genäht, Koslowski will gegen Kasachstan aber topfit an der Seite von Trainer Guidetti stehen.

© SID

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