Volleyball WM: WM-Fehlstart für deutsche Volleyballer

Volleyball WM
WM-Fehlstart für deutsche Volleyballer

Mit einer 0:3-Niederlage gegen Serbien ist das deutsche Volleyballteam denkbar schlecht in die Weltmeisterschaft im italienischen Triest gestartet. Nun warten Polen und Kanada.

Deutschlands Himmelsstürmer lagen nach dem schwächsten WM-Auftakt seit 38 Jahren fassungslos auf dem Boden. Vier Tage nach dem triumphalen 3:0 im letzten Test gegen Volleyball-Weltmeister Brasilien erwischte das Team von Bundestrainer Raul Lozano beim peinlichen 0:3 (21:25, 21:25, 13:25) gegen Serbien einen glatten Fehlstart in die Titelkämpfe. Statt Medaillenjagd heißt die Devise nun erstmal "Überleben".

"Jetzt geht es nur darum, die erste Runde irgendwie zu überstehen und dann ins Turnier reinzukommen", sagte Zuspieler Simon Tischer nach der Lehrstunde in Triest frustriert: "So darf man einfach nicht spielen. Das war eine komplett andere Mannschaft wie beim Spiel gegen Brasilien." Gehemmt, ängstlich und ohne Spielfreude war das junge deutsche Team gegen den erfahrenen Weltranglistenvierten aufgetreten, der über die Schwäche des als WM-Geheimfavorit gehandelten Gegners "sehr überrascht" (Zuspieler Nikola Grbic) war.

Einen ähnlich schwachen deutschen Auftritt hatte es zuletzt bei Olympia 2008 gegeben, doch an ein Vorrunden-Aus wie in Peking wollte niemand denken. "Das war kein Rückfall in alte Zeiten, nur ein schlechtes Spiel. Wir werden zurückkommen", versprach Angreifer Robert Kromm. Während die serbischen Fans trotzdem spöttisch "Auf Wiedersehen" sangen, waren die enttäuschten Lozano-Schützlinge schon auf dem Rückweg ins Hotel und bereiteten sich um Mitternacht beim Videostudium auf das nächste Spiel gegen Europameister Polen vor.

Match gegen Kanada wird zum Entscheidungsspiel

Schon vor dem Duell heute Abend zeichnete sich aber ab, dass das abschließende Vorrundenmatch am Montag gegen Außenseiter Kanada zum Entscheidungsspiel um den Einzug in die zweite Runde wird. Zum letzten Mal hatte eine deutsche Mannschaft bei der WM 1982 gegen die Nordamerikaner gespielt - damals hatte es beim 0:3 der DDR zuletzt ein WM-Auftaktspiel ohne Satzgewinn gegeben.

"Wenn wir so spielen, wird es auch gegen Kanada ganz schwer", meinte Libero Ferdinand Tille und analysierte die deutschen Fehler gegen Serbien: "Wir haben unkonstant aufgeschlagen, der Block war nicht da und die Feldabwehr stand falsch. Es hat einfach nichts geklappt." Während der mit 13 Zählern trotzdem punktbeste Hauptangreifer Georg Grozer immer wieder am serbischen Block verzweifelte, spielte der WM-Vierte von 2006 dank des überragenden Spielmachers Grbic mit der deutschen Abwehr Katz und Maus.

Nervenkostüm als Problem des jungen Teams

Nicht nur Kapitän Björn Andrae sah den Grund für die Pleite vor 6 000 Fans im angespannten Nervenkostüm seiner im Durchschnitt 25 Jahre jungen Teamkollegen: "In einem Test gegen Brasilien kann man locker spielen und ist nicht der Favorit. Das hier ist eine WM. Und zehn von den 14 Männern haben noch nie eine WM gespielt." Wenn sich die Youngster schnell an die ganz besondere Stimmung bei einem Großereignis gewöhnen würden, sei noch nichts verloren und weiter alles möglich.

Gut für die zittrigen Volleyball-Riesen ist nun der im Vorfeld sehr umstrittene WM-Modus, nach dem sich drei der vier Teams jeder Vorrundengruppe für die zweite Runde qualifizieren, wo es erneut bei null losgeht. "Gut, dass die Niederlagen nicht mitgenommen werden. Wir haben noch Zeit, unsere Nervosität abzulegen", sagte Simon Tischer. Und auf den Gruppendritten von Triest wartet in der zweiten Runde auf Sizilien der vermeintlich leichteste Pool...

© SID

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