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Volleyballer peilen erste WM seit zwölf Jahren an

Beim Qualifikationsturnier in Neapel peilen die deutschen Volleyballer ab heute die erste WM-Teilnahme seit zwölf Jahren an. Erster Gegner des DVV-Teams ist um 18 Uhr der Außenseiter Ukraine.

Ab heute wird es für die deutschen Volleyballer beim WM-Qualifikationsturnier in Neapel ernst. Für die Spieler geht es um die erste WM-Qualifikation seit zwölf Jahren, für Bundestrainer Stelian Moculescu um seinen Job. "Wenn wir die WM nicht schaffen, ist Schluss für mich. Dann gibt es keine anderen Alternativen mehr für mich als zu gehen", sagte Moculescu dem Sport-Informations-Dienst (sid). Eigentlich läuft sein Vertrag bis 2006.

Der Chefcoach weiß genau, dass so eine Chance zum langersehnten Durchbruch in die Weltelite nicht wiederkommt. Mindestens Platz zwei ist nach den Spielen gegen Außenseiter Ukraine (18 Uhr), Spanien (Samstag/18 Uhr) und Europameister Italien (Sonntag/20.30 Uhr) Pflicht. Nach verpasster Qualifikation für Olympia und EM fordert der Deutsche Volleyball-Verband (DVV) ultimativ den Erfolg.

Moltke: "Wir müssen die WM schaffen"

"Wir müssen die WM schaffen. Die Zukunft des Männer-Volleyballs hängt davon ab", sagt Verbandschef Werner von Moltke. Nur bei einer WM-Teilnahme 2006 in Japan könnten die erfolgsentwöhnten Männer nach jahrelanger Talfahrt aus der niedrigsten Förderstufe des Bundes aufsteigen. Dagegen dürfte bei einem Scheitern auch der Hauptsponsor über den Ausstieg nachdenken.

Deshalb sieht von Moltke, der Moculescu im Herbst 2004 im Verbund mit der Mannschaft schon einmal vor der Entmachtung rettete, Neapel als letzte Chance für seinen Bundestrainer: "Wenn es nicht klappt, haben wir einen Notplan mit neuen Leuten in der Tasche. Aber die Jungs schaffen das - das Potenzial ist jedenfalls da."

Das glaubt auch der Bundestrainer, obwohl Stefan Hübner, einer der besten Volleyballer aller Zeiten, kürzlich aus gesundheitlichen Gründen seinen Rücktritt erklärte: "Wir müssen das schaffen. Olympia war noch eine Nummer zu groß, aber jetzt sind die Jungs so weit. Sie brauchen diesen Erfolg für ihre Entwicklung."

Sieg gegen Frankreich ist der Maßstab

Besonders die in Italien beschäftigten Jungprofis Christian Pampel, Björn Andrae und Frank Dehne sollen es richten - der 3:2-Sieg im letzten Testspiel gegen Vize-Europameister Frankreich ist der Maßstab. "Die Ukraine ist die große Unbekannte, aber wenn wir unseren besten Volleyball spielen, gewinnen wir. Und Spanien ist ohnehin unsere Kragenweite", sagt Moculescu über den Gegner. Am Samstag will er das WM-Ticket nach zwei Siegen in der Tasche haben, denn gegen die übermächtigen Italiener dürfte sein Team kaum eine Chance haben.

Reicht es nur zu Platz drei, gäbe es bei einer Vierer-Relegationsrunde vom 19. bis 21. August in Bulgarien im Kampf um das letzte WM-Ticket eine zweite Chance. Daran will Moculescu aber gar nicht denken: "Wir müssen es direkt schaffen. Sonst ist wohl alles vorbei."

© SID

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