Von Verletzungen zurückgeworfen
Aus der Traum

Die Stopp-Uhr schweigt, der Traum von einer erneuten Olympia-Teilnahme war für viele der deutschen Alt-Stars schon lange vor Turin ausgeträumt. Beim Einen zwickte das Knie, beim Anderen schmerzte der Rücken, bei Christoph Langen setzte ein Herzinfarkt das Stoppzeichen, bei Sven Hannawald waren es die Folgen des Burn-Out- Syndroms.

HB TURIN. Besonders bitter war der Abgang von der sportlichen Bühne für Eisschnelllauf-Königin Gunda Niemann-Stirnemann. Die 39-jährige Rekord-Weltmeisterin quälte sich auf dem Rad und Inline-Skatern durch den Sommer. "Ich wäre gern richtig stark zurück gekommen, aber so ist halt der Leistungssport", bedauerte die dreimalige Olympiasiegerin aus Erfurt, die schon vor vier Jahren wegen der Geburt ihrer Tochter Victoria ihre fünfte Olympia-Teilnahme verpasst hatte. Als vor dem Saisonstart der Leistungsrückstand zu groß wurde, dementierte sie noch alle Rücktritts-Spekulationen, ehe sie Ende Oktober unter Verweis auf Rückenbeschwerden das Zepter aus der Hand legte.

Auch die neunmalige Sprint-Weltmeisterin Monique Garbrecht-Enfeldt warf in der Olympia-Saison vorzeitig das Handtuch, nachdem sie zum Auftakt wegen Knie-Problemen den Anschluss an die Weltelite verpasst hatte. "Ich wollte in Turin nicht eine unter vielen sein", bedauerte die inzwischen 37 Jahre alte Berlinerin mit Tränen in den Augen.

Besonders heftig gebeutelt war in den vorolympischen Tagen vor allem das Lager der deutschen Alpinen. Schon im Frühjahr sagte Regina Häusl ade, im September kam für Team-Weltmeister Florian Eckert das Karriere-Ende. Die Leidenszeit des Shootingstars hatte schon 2001 kurz nach der sensationellen WM-Bronzemedaille in der Abfahrt mit einem Trümmerbruch des rechten Schienbeinkopfes begonnen. Nach mehreren Knie-Operationen kam er nie mehr in Schwung.

Nur wenige Wochen später verlor das Herren-Team mit Max Rauffer den nächsten Protagonisten. Der 33-Jährige, dessen Karriere sich wie ein ärztliches Bulletin liest, wurde letztlich durch eine hartnäckige Ohrentzündung in der Vorbereitung zurückgeworfen. "Ich habe alle Höhen und Tiefen, die ein Sportlerleben mit sich bringt, erlebt", meinte der Mann vom SC Leitzachtal, der in Gröden als erster Deutscher nach 13 Jahren eine Weltcup-Abfahrt gewonnen hatte.

Seite 1:

Aus der Traum

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%