Vor Renndebüt in DTM
Häkkinen hat «gefälligst Rennen zu gewinnen»

Der zweimalige Formel-1-Weltmeister Mika Häkkinen wird am Sonntag sein erster Rennen in der DTM bestreiten. Doch bereits vor seinem Debüt steht der Finne im Mittelpunkt - und unter dem Druck seines Arbeitgebers.

HB BERLIN. Er hat sein erstes Rennen in einem DTM-Wagen noch nicht bestritten, doch bei den Motorsportfans hat Mika Häkkinen bereits gewonnen. Wo auch immer der zweimalige Formel-1-Weltmeister nach seiner rund dreieinhalbjährigen Wettkampfpause an diesem Wochenende am Hockenheimring auftritt, wird er von Fans umlagert.

«Es ist unmöglich, sich allen zu widmen. Es ist aber gut für die Fans, die Fahrer auch mal hautnah erleben zu können», sagt der 36-Jährige, der an diesem Sonntag (14.00 Uhr/ARD) vor einer erwarteten Rekordkulisse von über 133 000 Zuschauern sein Renndebüt in der Deutschen Tourenwagen-Masters (DTM) bestehen will.

Er wirkt entspannt, fit und entschlossen, sich der «großen Herausforderung» zu stellen. Häkkinen gewann 20 Grand-Prix-Rennen in der Königsklasse und behauptete sich im McLaren-Mercedes zwei Mal im Kampf um den WM-Thron gegen Michael Schumacher. In der DTM befindet sich der ehemalige Formel-1-Meister allerdings noch in der Lernphase. «Als ich in das Auto eingestiegen und losgefahren bin, hat es nicht notwendigerweise auch geklappt», erzählt der Finne.

Veränderungen an seinem Wagen überlässt er im Moment weitgehend seinen Ingenieuren und Mechanikern: «Ich habe ja noch nicht so viel Erfahrung. So hat Häkkinen sein neues Arbeitsgerät erst zwei Mal getestet. Dies, stellt er klar, sei niemals genug. Sein 475 PS starker DTM- Renner verzeihe keine Fehler. Eine besondere Umstellung sei die Tatsache, dass der Fahrer die Vorderreifen nicht sehen könne. »Das Bremsen wird dadurch schwieriger.« Vom Cockpit eines Formel-1-Wagen mit über 800 PS in einen DTM-Wagen sei eine »radikale Veränderung«.

Warum ist er dann nicht gleich wieder in die Formel 1 eingestiegen? Schließlich leitete ein Anruf von Frank Williams zu Ostern vergangenen Jahres die Rückkehr des Finnen in den Rennsport auch ein. »Ohne dieses Telefonat wäre ich nicht hier«, betont Häkkinen. Der BMW-Williams-Teamchef wollte ihn verpflichten, allerdings stand der Engländer Jenson Button höher in der Wunschliste des Briten. Obwohl auch BAR-Pilot Button in dieser Saison nicht für BMW-Williams fährt und trotz weiterer Optionen, sah Häkkinen aber von einem Formel-1-Engagement wieder ab. »Wir sind zu der Übereinstimmung gekommen, dass Mercedes und die DTM das Beste für mich sind«, so Häkkinen.

Der Autohersteller aus dem Schwabenland erhofft sich einiges von seinem neuen Piloten. »Er ist bei uns nicht als Showstar verpflichtet«, stellt Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug klar. »Er soll bei uns gefälligst Rennen gewinnen.« Soweit denkt Häkkinen, auf den nicht nur die Augen der Fans, sondern auch die Fernseh- und Fotokameras gerichtet sind, aber nicht. Auch noch nicht an das in Skandinavien mit großer Vorfreude erwarteten Duell mit dem schwedischen Titelverteidiger Matthias Ekström im Audi. Wie auch immer sein Debüt enden wird, der Unterstützung seiner Anhänger kann sich Häkkinen gewiss sein.

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