Vorwurf der Beihilfe zur Steuerhinterziehung
Gegen Marcel Reif wird ermittelt

Marcel Reif wird an diesem Samstag wegen der staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen gegen sich kein Fußball-Spiel auf dem Bezahlsender Premiere kommentieren.

HB MÜNCHEN/WUPPERTAL. Gegen den Sportmoderator Marcel Reif (55) wird wegen Beihilfe zur Steuerhinterziehung ermittelt. Der Wuppertaler Oberstaatsanwalt Alfons Grevener bestätigte am Freitag, dass es dabei um einen erheblichen Geldbetrag von einem Schweizer Bankkonto gehe. Reif sagte nach Bekanntwerden der Vorwürfe seinen TV-Einsatz bei Premiere an diesem Wochenende ab. Für eine Stellungnahme war der Moderator am Freitag nicht zu erreichen.

Reif wolle aussetzen, weil er nur mit vollster Konzentration kommentieren könne, sagte ein Premiere-Sprecher in München. "Wir finden das sehr professionell und verstehen das." Vermutlich hätte Reif das Topspiel FC Bayern gegen Bayer Leverkusen kommentiert. Zu den Ermittlungen und deren Auswirkungen wollte sich Premiere nicht äußern. Es handele sich um ein schwebendes Verfahren. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft waren die Ermittlungen auf der Grundlage von anonymen Hinweisen eingeleitet worden. Näheres wollte die Behörde nicht mitteilen. Der "Bild"-Zeitung zufolge soll Reif 776 000 Mark (fast 400 000 Euro) für einen Bekannten über die Grenze nach Deutschland geschafft haben.

Reif soll Geld für einen Bekannten transportiert haben

Reif habe - so der Vorwurf - das Geld mit einer Vollmacht in Zürich von einem Schweizer Nummernkonto abgehoben. Dann soll er das Schwarzgeld in einer Plastiktüte nach München gebracht und im dortigen Café Roma übergeben haben. Das Geld habe Reif für einen Bekannten transportiert, der auch sein Trauzeuge gewesen sei. Nach Angaben der "Bild"-Zeitung bestreitet Reif die Vorwürfe. Zu seinem Trauzeugen habe er den Kontakt abgebrochen, nachdem er von dessen Verstrickungen erfahren habe.

Der 59-jährige Bekannte Reifs gilt als Schlüsselfigur in einem Korruptionsskandal in Wuppertal. Der Rechtspfleger war wegen Bestechung, besonders schwerer Untreue und Anstiftung zur Untreue im Dezember 2003 zu dreieinhalb Jahren Haft verurteilt worden. Zudem musste er drei Millionen Euro Schadenersatz zahlen. Der einstige Oberamtsanwalt hatte sein Treiben als "politische Landschaftpflege" bezeichnet.

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