Vorzeitiger Einzug in Relegationsrunde misslungen
Kiefer und Schüttler verlieren Daviscup-Doppel

Nicolas Kiefer und Rainer Schüttler haben beim Daviscup-Aufstiegsspiel in Johannesburg eine Vorentscheidung verpasst. Die deutsche Mannschaft setzt nun alle Hoffnungen in Tommy Haas.

HB BERLIN. Die deutsche Tennis-Nationalmannschaft hat beim Daviscup-Aufstiegsspiel in Johannesburg am Samstag das 1:2 kassiert und muss um den Einzug in die Relegationsrunde im September bangen. Nach der ernüchternden 3:6, 6:7 (4:7), 5:7-Niederlage der Olympia-Zweiten Nicolas Kiefer/Rainer Schüttler im Doppel gegen Jeff Coetzee/Wesley Moodie müssen Kiefer und Thomas Haas an diesem Sonntag den noch fehlenden Punkt in den beiden Schlusseinzeln holen. Haas trifft im Spitzenspiel auf Moodie, Kiefer bekommt es mit dem kränkelnden Rik de Voest oder «Altmeister» Wayne Ferreira zu tun.

«Ich werde nicht nervös, denn mit Tommy Haas und Nicolas Kiefer sind wir morgen sehr gut besetzt, und ich gehe davon aus, dass wir auch gewinnen», sagte Kapitän Patrik Kühnen. «Wir wollten mit einem frühen Break starten. Das ist aber Südafrika gelungen, und von da an sind wir nur noch hinterher gelaufen.» Während Kühnen den Gastgebern zu einem starken Match gratulierte, kritisierte er sein Doppel: «Die Returns von Rainer und Kiwi waren nicht so effektiv. Ein Break war zu wenig.»

Im ersten Spiel seit den Olympischen Spielen in Athen stand das Silber-Duo Kiefer/Schüttler von Beginn an auf verlorenem Posten. «Wenn sie es schaffen, Moodies Aufschlag einmal zu durchbrechen, dann gewinnen sie auch», hatte der diesmal nicht nominierte Florian Mayer prophezeit. Er sollte Recht behalten: Der an Stelle des schwächelnden Ferreira von Kapitän Kevin Curren eingesetzte Aufschlag-Experte brachte sein Service ein ums andere Mal sicher durch.

Nur einmal wackelte der 1,95-m-Mann. Doch auch diese brenzlige Situation im zweiten Satz, als er den ersten Aufschlag ins Netz hämmerte und den zweiten über die Netzkante schummelte, meisterte er und brachte den Tiebreak sicher nach Hause.

Auch im dritten Satz patzte wieder Schüttler und gab zum 1:3 seinen Aufschlag ab. Im ersten Durchgang hatte er die Pleite mit einem verlorenen Service zum 2:4 eingeleitet. Doch nach Coetzees Aufschlagverlust und dem 4:4-Ausgleich keimte wieder Hoffnung auf, die abermals bei Aufschlag Schüttler ein jähes Ende fand. Ohne gemeinsame Spielpraxis war das Duo aus Hannover bzw. Korbach nur ein Schatten der Olympia-Tage Olympia, der Zufall führte Regie. Der grippekranke Alexander Waske, der zuletzt im Daviscup in Bratislava Haas zum Sieg getrieben hatte, wurde schmerzlich vermisst.

Am Sonntag soll nun Haas den Sack gegen Moodie endgültig zumachen und die deutsche Mannschaft in die Relegation gegen einen Gegner führen, der aus den Erstrunden-Verlierern der Weltgruppe und den Siegern der Zweiten Liga Anfang Mai ausgelost wird. Der in Florida lebende Hamburger war gewarnt. Mit seinen hammerharten und präzisen Aufschlägen brachte Südafrikas Nummer eins schon Kiefer an den Rand einer Niederlage. Nur mit Glück konnte der Niedersachse am Freitag den 0:2-Rückstand in einen Zittersieg umwandeln und erntete dafür Respekt von Kapitän Patrik Kühnen: «Solch ein Spiel zu gewinnen, ist eine große Leistung. Das muss man erst mal schaffen.»

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