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Waske Schüttler stellen neues Format in Frage

Nach dem Viertelfinal-Einzug bei den 119. All England Championships in Wimbledon hat das deutsche Doppel Alexander Waske/Rainer Schüttler Unmut über das geplante Format geäußert. Die ATP will die Sätze verkürzen.

Momentan schwimmt das deutsche Doppel Alexander Waske/Rainer Schüttler auf einer Erfolgswelle. Bei den 119. All England Championships in Wimbledon ist das Duo ins Viertelfinale eingezogen. Auch bei den Australian Open schaffte Waske den Sprung in die Runde der letzten Acht. Der Hesse hat seine größten Erfolge als Doppelspieler erreicht, auch wenn er sich eigentlich auf seine Einzelkarriere konzentrieren will. Doch jetzt wird sich für Waske vermutlich einiges ändern, denn die ATP plant ab kommendem Jahr eine durchgreifende Reform, die für Doppelspezialisten wie Waske der Anfang vom Ende wäre.

Maßnahmen zur Verkürzung der Matchdauer

Bereits ab September wird das neue Doppel-Format wirksam. Sätze nur noch bis zum fünften gewonnenen Spiele, Tiebreak bei 4:4. Ein Spiel ist ab Einstand bereits beim nächsten Punkt gewonnen, und die Spieler dürfen sich nicht mehr zwischen den Seitenwechseln setzen, sondern nur noch am Satzende. Alles um die Spieldauer zu verkürzen. Denn die Doppelspieler kosten nach Meinung der Turnierdirektoren nur Geld, verkaufen aber kein einziges Ticket mehr.

Noch drastischer für die Spezialisten sind die Einschränkungen im künftig refomrierten Weltranglisten-System. Für die kommenden zwei Jahre erhalten Spieler mit der jeweils höchsten Weltranglisten-Position einen Startplatz im Doppel, egal ob in der Doppel- oder Einzelrangliste. Ab 2008 werden beide Rankings zu einer neuen Doppelliste kombiniert, um die Starberechtigung für die Doppel-Hauptfelder zu ermitteln. Einzel und Doppelpunkte zählen dabei jeweils 50 Prozent. Ab 2008 dürfen zudem nur noch die Spieler im Doppel antreten, die auch im Einzel-Hauptfeld stehen.

Im Board of Directors der ATP, wo jeweils drei Spielervertreter und drei Vertreter der Turnierveranstalter plus ATP-Boss Mark Miles sitzen, wurde diese neue Regelung in Wimbledon Anfang der Woche ohne Gegenstimme beschlossen, obwohl die drei Spielervertreter dort den klaren Auftrag hatten, dagegen zu stimmen. "Es gibt Riesen-Ärger deswegen", sagt Spieler-Präsident Rainer Schüttler, "für uns ist diese Sache noch nicht endgültig ausgestanden und entschieden."

Woodbridge fordert Rücktritt des ATP-Board

Doch da irrte er sich. Auch ein Grund, warum der erfolgreichste Doppelspieler alle Zeiten, Todd Woodbridge (Australien), am Mittwoch seinen Rücktritt bekannt gab. "Ich bin so enttäuscht. Es wird hier eine Regeländerung verkündet, die nicht einmal existiert. Dieses Zählsystem hat der Internationale Tennisverband nicht genehmigt", erklärte Woodbridge, "ich bin der Meinung, das ganze Board sollte zurücktreten."

Die Turnierdirektoren haben sich also durchgesetzt. Doppelspieler wollen Preisgeld haben, sie müssen Unterkünfte und Verpflegung gestellt bekommen, und niemand kennt sie, die Mark Knowles, Lucas Arnold, Nenad Zimonjic oder Kevin Ullyet der Tenniswelt. Ihre Zeit ist auf jeden Fall abgelaufen. Die Turnierdirektoren wollen auch mehr der Top-Einzelspieler wieder zurück in den Doppelwettbewerb holen. "Diese Spieler kassieren die Antrittsgelder, verlieren in der ersten Runde und sind dann weg", beschreibt Waske das Dilemma, "so würden sie wenigsten noch im Doppel antreten."

© SID

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