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Waske und Schüttler in Stuttgart im Achtelfinale

Alexander Waske und Rainer Schüttler haben beim ATP-Turnier in Stuttgart das Finale der letzten 16 Spieler erreicht. Waske bezwang den Argentinier Jose Acasuso mit 7:5, 6:4, Schüttler souverän Michail Juschnj.

Rainer Schüttler und Alexander Waske haben beim ATP-Turnier auf dem Stuttgarter Weissenhof das Achtelfinale erreicht. Auf dem Weg zurück zu alter Form schlug Schüttler souverän wie lange nicht mehr seinen Freund und Trainingskollegen Michail Juschnj (Russland/Nr. 7) mit 7:5, 6:3. Am Donnerstag trifft der Korbacher auf den Tschechen Tomas Berdych, der Philipp Kohlschreiber (Bamberg) mit 7:6 (7:4), 1:6, 6:4 nach Hause schickte. Waske bezwang Jose Acasuso (Argentinien/Nr. 13) mit 7:5, 6:4 und spielt in der Runde der letzten 16 gegen den an Nummer zwei gesetzten Russen Nikolaj Dawydenko. Nach drei Spieltagen sind Schüttler und Waske damit als einzige Deutsche im Turnier verblieben. Am Mittwochabend verabschiedete sich Lokalmatador Andreas Beck (Ravensburg) beim 3:6, 3:6 gegen den früheren French-Open-Champion Gaston Gaudio (Argentinien/Nr. 3).

Derweil fegt French-Open-Sieger Rafael Nadal wie ein Wirbelsturm über die rote Asche am Weissenhof. Beim 6:1, 6:2 gegen den hoffnungslos überforderten Hugo Armando (USA) gewann der 19-jährige Spanier sein 30. Match in Folge auf Sand und strebt unaufhaltsam seinem achten Turniersieg in diesem Jahr entgegen. Im Achtelfinale spielt der Linkshänder gegen seinen Landsmann Fernando Verdasco oder den Russen Igor Andrejew.

Schüttler lauffreudig und kampfstark wie in besten Zeiten

Die Erleichterung über die gute Leistung stand Rainer Schüttler nach dem Match gegen seinen Doppelpartner Juschnj deutlich ins verschwitzte Gesicht geschrieben. "Ich habe endlich wieder an meine gute Form von vor ein paar Jahren angeknüpft", sagte der 29-jährige Hesse, der sich schon seit dem Masters-Turnier im Mai am Hamburger Rothenbaum "wieder relativ fit" fühlt. Zwar hat er nach den French Open nochmal zwei Wochen lang leichte Probleme mit dem im vergangenen Dezember operierten Knie gehabt, doch die sind inzwischen auch behoben.

Mit sichtbarem Erfolg: Gegen Juschnj präsentierte sich Schüttler lauffreudig und kampfstark wie in seinen besten Zeiten und konnte sich endlich wieder auf seine einst sprichwörtlich schnellen Beine verlassen, mit denen er so manchen spektakulären Sprint zum Ball hinlegte. Noch wichtiger als seine körperliche Fitness aber ist Schüttler selbst seine mentale Stärke. "Ich habe das Match im Kopf hingekriegt", wusste er zu berichten: "Ich war bei jedem Punkt voll da und habe mental nicht nachgelassen. Auf Sand war das sicherlich mein bestes Spiel seit langer Zeit."

Dass der Kopf im Spiel Mann gegen Mann eine ganz wesentliche Rolle spielt, weiß auch Alexander Waske. Der Frankfurter hat deshalb mit seinen 30 Jahren nochmal einen ganz neuen Weg eingeschlagen und arbeitet in Stuttgart erstmals mit Mentalcoach Stefan Borchert zusammen. Borchert wertet das gesamte Match am Computer nach ungewöhnlichen Gesichtspunkten aus: Wie lange und wie genau schaut der Spieler bei eigenen Schlägen auf den Ball, wie lange und wann sucht er den Blickkontakt mit dem Gegner, in welchen Situationen ballt er die Faust, wie ist seine Körpersprache.

"Das sagt er sonst nur von Roger Federer."

"Damit", so Waske, "ermittelt Stefan, wie konzentriert man auf dem Platz ist." Am Mittwoch bekam er vom Coach ein großes Lob: "Er hat gesagt, ich war während des gesamten Spiels voll konzentriert. Das sagt er sonst nur von Roger Federer." Der Schweizer, so hat Borchert außerdem herausgefunden, ist der einzige Spieler der Tour, der den Ball nicht nur während der Ausholbewegung im Visier hat, sondern bis ihn der Schläger trifft. "Dadurch kann er den Sweet Spot und die Flugbahn optimal kalkulieren", erklärt Waske.

Für ihr Achtelfinale rechnen sich die beiden Daviscupkollegen Schüttler und Waske trotz der unangenehmen Gegner eine ganze Menge aus. "Tomas Berdych ist sehr groß, so einen Spieler muss man laufen lassen", meinte Schüttler. Im Kopf müsse er halt frisch bleiben, jeden Punkt voll konzentriert angehen: "Dann klappt es auch mit dem Gewinnen."

Waske kennt die Schwächen und vor allem die Stärken seines nächsten Gegners ebenfalls sehr genau: "Dawydenko ist eine echte Kontermaschine, dem macht es nichts aus, wenn harte Aufschläge kommen." Waskes Marschroute ist ebenso simpel wie aussagekräftig: "Ich werde halt fighten wie ein Schwein."

© SID

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