Weibliche Kompetenz
Frauen sind bei der Tour auf der Überholspur

Die Frauen nehmen bei der Tour de France mehr und mehr das Heft in die Hand. Zwar tritt das "schwache Geschlecht" dabei nicht selbst in die Pedale, doch setzen viele Teams und auch die Medien auf weibliche Kompetenz.

Stramme Waden und harter Männerschweiß: Die "Tour der Leiden" scheint auf den ersten Blick eine Welt der harten Männer zu sein. Natürlich hat die Tour de France seit jeher auch Frauen fasziniert, in Scharen fieberten sie an der Strecke mit. Auch als Models in der Werbekarawane und bei den Siegerehrungen schmückten sie die "Große Schleife". Aber im Peloton?

Bis vor 40 Jahren durften nur zwei Krankenschwestern den Tross begleiten. In diesem Jahr gehört Dr. Catharine Guyot zur Gruppe der Tour-Ärzte, die die Fahrer auf der Strecke nach Stürzen oder bei Beschwerden behandeln, wird Jens Voigt an jedem Abend von Sabine Lüber betreut, ist Pascal Thomas für so manchen die Retterin der Nacht.

Frauen erobern die schreibende Zunft

Auch unter den Journalisten aus aller Welt ist das weibliche Element Jahr um Jahr stärker vertreten. Vor sieben Jahren fühlte sich Bonnie Desimone noch als Einzelkämpferin, als sie vom Boston Globe nach Frankreich geschickt wurde: "Seit dem ersten Sieg von Lance Armstrong ist das Interesse in den USA bei vielen Zeitungen enorm gestiegen."

Inzwischen hat sich die Damen-Riege im Pressezentrum deutlich erweitert. Sieben Frauen berichten für L´Equipe, die größte Sportzeitung der Welt, deren Vorgänger L´Auto das Tour-Spektakel 1903 aus der Taufe gehoben hat. Angeführt wird das Achter-Aufgebot von Frederique Galametz, der 35 Jahre alten Chefreporterin.

Lierhaus überzeugt mit Kompetenz

Auch die ARD setzt bei der Präsentation auf dem Bildschirm auf Monica Lierhaus und damit auf Kompetenz. Trotz fünf Wochen Dauerstress bei der Fußball-WM (Freitag kam ihr WM-Buch auf den Markt) zog es die Moderatorin wieder nach Frankreich: "Ich habe mich sehr auf das Duell zwischen Jan Ullrich und Ivan Basso gefreut. Es ist dazu nicht gekommen, aber auf die Tour wollte ich deshalb nicht verzichten. Zumal sie durch die Vorkommnisse in diesem Jahr für uns Journalisten eine besondere Herausforderung ist."

Chef-Organisatorin der Tour-Organisation ist die Französin Pascal Thomas. Sie kümmert sich mit ihrem Team um nahezu jedes Problem, von der Bestückung der Verpflegungsstationen bis zum Quartier, wenn einer der Journalisten noch keine Bleibe für die nächste Nacht gefunden hat.

In mehreren der 20 Rennställe gehören Frauen fest zum Team. Wie bei Bjarne Riis, der Sabine Lüber aus Deutschland und Nathalie Visser aus Schweden für sein CSC-Team als Physiotherapeutinnen verpflichtet hat.

© SID

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