„Weiße Weste“ für deutsche Sportler bei Olympia
Deutsche Olympioniken mit neuem Outfit

Die deutschen Wintersportler gehen mit "weißer Weste" in die olympischen Wettbewerbe. Die schwarzen Rennanzüge der Biathleten, Langläufer, Kombinierer sowie der Rodler, Bob- und Skeletonpiloten haben ausgedient.

HB TURIN. In Turin präsentieren sich die Medaillenkandidaten in unschuldigem Weiß. Arme und Beine der Sportkleidung sind in Schwarz-Rot-Gold gehalten, das Design mitunter noch gewöhnungsbedürftig. "Den Anzug mit den wie Strapse aussehenden Gummibändern werde ich nur im Training anziehen. Für den Wettkampf nehme ich den ohne die schwarzen Gummibänder", sagte Biathlet Sven Fischer.

"Die weißen Anzüge entstanden in Zusammenarbeit zwischen dem Deutschen Skiverband und unseren Designern. Im Vordergrund stand der Wunsch beider Seiten, etwas Modisches zu kreieren", sagte Oliver Brüggen, der Sprecher des Ausrüsters adidas. Der Bob- und Schlittenverband für Deutschland übernahm die Farbgebung, um ein einheitliches Bild zu gewährleisten.

Die Anzüge für Langlauf, Biathlon und Bob sind eine komplette Neuentwicklung. "Der Clima TechFit-Anzug mit Powertechnologie passt sich wie eine zweite Haut an den Körper an. Powerweb dient dem Energiemanagement. Kraftbänder, die entlang wichtiger Muskelbündel entlangführen, kontrahieren und expandieren gemeinsam mit den Muskeln und nehmen beim Zusammenziehen Energie auf beziehungsweise geben sie beim Auseinanderdehnen wieder ab", erklärte Brüggen.

Seit fünf Jahren arbeiten die Entwickler an den Anzügen. Biathlon- Mitfavoritin Kati Wilhelm (Zella-Mehlis) testet seit einem Jahr die neue Kleidung. "Anfänglich gab es einige Skeptiker unter den Athleten. Aber diejenigen freuen sich jetzt auch, mit den Anzügen an den Start zu gehen", meinte Brüggen. Um keine Diskussionen über mögliche Wettbewerbsverzerrung aufkommen zu lassen, können alle von adidas ausgerüsteten Nationen die Anzüge nutzen.

Die Designer hatten sich etwas Neues einfallen lassen müssen, um das unverwechselbare Erscheinungsbild des Unternehmens aus Herzogenaurach sichtbar zu machen. Da die klassischen drei Streifen an Armen und Beinen vom Internationalen Olympischen Komitee (IOC) nicht zugelassen wurden, wird in Turin erstmals die Ziffer "3" als Designelement eingeführt. Scheinbar spielerisch wird die Zahl aneinander gereiht. Dafür gab das IOC Grünes Licht. Da der Sport mitunter ein schmutziges Geschäft ist, stellte sich nicht nur Kombinierer Georg Hettich die Frage: "Mal sehen, wie lange die Laufanzüge weiß bleiben."

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