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Weiter Unklarheit über Unfall - Michelin testet

Indianapolis (dpa) - Als der nach einem rätselhaften Reifenschaden verunglückte Ralf Schumacher längst auf dem Weg zurück in die Heimat war, sorgte sich die Formel 1 in Indianapolis weiter um das Leben ihrer Hauptdarsteller.

Indianapolis (dpa) - Als der nach einem rätselhaften Reifenschaden verunglückte Ralf Schumacher längst auf dem Weg zurück in die Heimat war, sorgte sich die Formel 1 in Indianapolis weiter um das Leben ihrer Hauptdarsteller.

Beim Reifenhersteller Michelin liefen die Computer heiß, in der Nacht vor dem Großen Preis der USA wurden in den Forschungszentren Greenville im US-Bundesstaat South Carolina und in Clermont-Ferrand in Frankreich umfangreiche Testprogramme durchgeführt. Aus Europa wurden neue Pneus eingeflogen, obwohl die nach dem Regelwerk gar nicht aufgezogen werden durften.

"Nach dem heutigen Stand würden wir den Teams empfehlen, nicht beim Rennen zu starten, so lange wir keine neuen Informationen von unseren Tests bekommen", sagte Michelin-Sportdirektor Neil Shorrock vor der Nachtschicht. Auf der Suche nach dem Fehler, der zum neuerlichen Abflug von Toyota-Pilot Ralf Schumacher in der Steilkurve geführt hatte, tappte das Michelin-Team im Dunklen.

"Wir haben definitiv noch Probleme mit den Reifen", sagte Ralf Schumacher, der von FIA-Arzt Gary Hartstein ein Startverbot für das Rennen erhielt. "Theoretisch könnte ich fahren, aber die FIA hat entschieden, dass das Risiko zu hoch ist, mich fahren zu lassen", sagte der Toyota-Pilot. "Bei einem erneuten Unfall wären die Schäden ungleich größer. Auf dieser Rennstrecke, mit dieser Reifensituation, mit der du dich als Fahrer befassen musst, war es die absolut vernünftige und richtige Entscheidung", lobte Rekord-Weltmeister Michael Schumacher den neuen Formel-1-Arzt. Schließlich war sein Bruder schon vor zwölf Monoaten, ebenfalls in der Steilkurve und ebenfalls nach einem Reifenschaden, schwer verunglückt.

Als sein Reifen diesmal explodierte, wurde eine Geschwindigkeit von 310 Stundenkilometern gemessen. "Grundsätzlich kann man nicht mehr machen als bremsen und warten, bis man einschlägt", beschrieb Ralf Schumacher jene die Formel 1 bis ins Fundament erschütternde Szene.

Red-Bull-Pilot David Coulthard, einer der Direktoren der Fahrergewerkschaft, initiierte eine Unterschriftenaktion. Der Konkurrenzkampf der Reifenhersteller Bridgestone und Michelin solle nicht auf Kosten der Sicherheit gehen. In diesem Jahr fährt Michael Schumacher, dessen Ferrari-Team zusammen mit Minardi und Jordan von den Japanern ausgerüstet wird, auch wegen der Reifen hinterher. Der von der FIA ab dem Jahr 2008 gefordert Einheitsreifen würde diese Probleme lösen.

"Die Reifenlieferanten müssen sicherstellen, dass bei der Jagd nach Leistung keine Risiken eingegangen werden", stellte FIA-Präsident Max Mosley nach dem Unfall von Kimi Räikkönen auf dem Nürburgring fest. Beim Großen Preis von Europa war der Mclaren-Pilot kurz vor dem Ziel mit einem Reifenschaden von der Piste geflogen. Das Team hatte die Warnsignale ignoriert.

In Indianapolis fuhren die sieben Michelin-Teams Renault, BAR- Honda, Williams-BMW, Mclaren-Mercedes, Sauber, Red Bull und vor allem Toyota in der Qualifikation mit Vollgas. "Michelin hat uns gesagt, dass die Reifen für die eine Runde sicher sind", sagte Toyota-Chefingenieur Dieter Gass. Ausgerechnet Ralf Schumachers Teamkollege Jarno Trulli war auf dem Motorspeedway am schnellsten unterwegs und holte die erste Pole-Position überhaupt für das japanische Formel-1-Team.

"Wir hatten Probleme mit unterschiedlichen Reifentypen und unterschiedlichen Werten des Reifendrucks", berichtete der Italiener nach seiner Pole-Runde. Für die Michelin-Teams gab es im Training ein Kilometerlimit. Viele Piloten fuhren teilweise nicht durch die Steilkurve. Doch nicht alle Teams klagten: "Wir haben nicht dieselben Probleme wie andere Autos", sagte der Schweizer Teamchef Peter Sauber. Auch BMW-Williams war nicht unzufrieden. Auf die neuen Regeln - die Reifen müssen in der Qualifikation und im Rennen halten - wurden die Probleme diesmal nicht geschoben.

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