Welthandball-Verband IHF
Das System Moustafa

Der Welthandball-Präsident Hassan Moustafa treibt viel Geld ein. Doch seine Ausgabenpolitik bleibt undurchsichtig. Was macht der IHF also eigentlich mit dem ganzen Geld?

KÖLN. Hassan Moustafa legt Wert auf Prestige. Daran ließ der Präsident des Welthandball-Verbands IHF auch bei der Gestaltung der Zentrale in Basel keinen Zweifel. Rund 2,65 Mio. Euro bezahlte der Verband, um die weiße Villa in der Peter-Merian-Straße in den Jahren 2007 und 2008 großzügig zu renovieren und zu erweitern. Zum Gebäude ist ein großer, moderner Anbau inklusive Tiefgarage hinzugekommen. Der Verband hatte die Villa erst 2002 für knapp zwei Mio. Euro erworben.

Die IHF zählt 159 nationale Verbände zu ihren Mitgliedern und ist im vergangenen Jahrzehnt rasant gewachsen. Präsident Moustafa sieht sich daher auf Augenhöhe mit den Großen der Sportfachverbände: mit Jacques Rogge, dem Präsidenten des Internationalen Olympischen Komitees (IOC), und Joseph Blatter, Chef des Weltfußball-Verbandes Fifa.

Mit den Milliardenumsätzen der Großverbände können sich die Handballer allerdings kaum vergleichen: Nur rund 61,6 Mio. Franken (40,75 Mio. Euro) erlöst die IHF in den Jahren 2005 bis 2009 laut Verbandsangaben. Das sind durchschnittlich 8,14 Mio. Euro pro Jahr. Dennoch ist das Wachstum bemerkenswert: Zwischen 2001 und 2004 hatte der Verband nur fünf Mio. Euro im Jahr erwirtschaftet, zwischen 1996 und 2000 waren es gar nur 3,4 Mio. Euro (siehe Grafik). Moustafa hat, seit er im November 2000 Erwin Lanc als IHF-Präsident beerbte, die Erlöse mehr als verdoppelt.

Bisheriger Höhepunkt war die Männer-Weltmeisterschaft 2007 in Deutschland. Der starke Zulauf der Sponsoren spülte etwa 9,25 Mio. Euro auf das IHF-Konto bei der Großbank UBS in Basel. "Das war auf absehbare Zeit für uns die lukrativste WM", sagte der damalige IHF-Geschäftsführer Frank Birkefeld. "Nach vorsichtigen Schätzungen wird sich dieser Betrag bis 2009 mehr als verdoppeln, da wir mit beträchtlichen Erträgen aus den Weltmeisterschaften in Frankreich, Kroatien und China rechnen", hoffte Moustafa damals.

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