Weltmeister belegt im freien Training Rang elf
Schumacher dreht extra Runden

Formel-1-Weltmeister Michael Schumacher hat für die Rückkehr an die Spitze bei sengender Hitze in Sepang eine "Extra-Schicht" eingelegt. "Das Haupttestprogramm lastete auf meinen Schultern", verriet der Ferrari-Pilot nach Platz elf im Training am Freitag. 35 problemlose Runden in seinem runderneuerten Ferrari drehte Schumacher vor dem Großen Preis von Malaysia.

HB SEPANG/MALAYSIA. Von den Spitzenfahrern war der 36-Jährige damit bei weitem am längsten unterwegs. "Das Ergebnis täuscht. Es sieht ziemlich gut aus. Renault und McLaren, die beiden Teams auf die wir schauen müssen, sind nicht weit weg", sagte er nach getaner Arbeit. Mit einem verschmitzten Lächeln lobte er seinen Vorjahresdienstwagen "F2004M": "Die alte Lady kann es noch."

"Ich bin sicher, wir sind besser als unsere Rundenzeiten von heute ahnen lassen", kündigte auch Williams-BMW-Pilot Nick Heidfeld einen Großangriff an. Als 13. lag "Quick Nick" zwei Plätze hinter dem siebenmaligen Weltmeister. Nach ihrer Karambolage in Melbourne gab es das erste Treffen der beiden Bruchpiloten beim Gala-Dinner der Tsunami-Hilfe am Vortag in Kuala Lumpur. "Man kann das Thema ad acta legen", sagte Schumacher. "Wir haben uns begrüßt, aber nicht wirklich über die Sache gesprochen", meinte Heidfeld.

Als Siebter war Ralf Schumacher bester deutscher Formel-1-Pilot in dem nach den einschneidenden Regeländerungen nur noch bedingt aussagekräftigen Freitagstraining. "Das war ein respektabler Auftakt", sagte der Toyota-Pilot. Mit den Plätzen vier und sechs durch Juan Pablo Montoya (Kolumbien) und Kimi Räikkönen (Finnland) verschaffte sich auch McLaren-Mercedes eine gute Ausgangsposition für das Hitzerennen zur besten Frühstücksfernsehzeit (8.00 Uhr/RTL und Premiere).

Nach dem Traumstart in Australien wähnt sich Renault auf der Überholspur. "Ich glaube, wir sind in WM-Form", sagte Fernado Alonso (Spanien/Trainings-Zwölfter). Auch Melbourne-Gewinner Giancarlo Fisichella (Italien/Achter) gibt sich optimistisch: "Wenn wir es schaffen, unser Paket laufend weiterzuentwickeln, dann können wir auch die Weltmeisterschaft gewinnen. Ich bin zuversichtlich." Die beiden Renault-Piloten drehten zusammen 35 Runden - und spulten damit exakt das Schumacher-Pensum ab.

"Es ist wichtig, dass wir das Rennen beenden", sagte Alonso. In Australien war er hinter Ferrari-Pilot Rubens Barrichello (Brasilien/Trainings-Neunter) Dritter geworden. Bei Renault fürchten sie vor allem den neuen F2005 der Scuderia, der möglicherweise schon beim Wüsten-Grand-Prix in Bahrain (3. April) zum Einsatz kommen wird. Bis dahin wollen sich die Franzosen ein kleines Polster schaffen.

39 Grad Celsius zeigte das Thermometer, die Asphalttemperatur wurde mit 58 Grad gemessen - in Malaysia werden Menschen, Motoren und Reifen extrem hart gefordert. "Die Temperaturen waren ein Vorgeschmack auf das, was noch kommt. Am Sonntag soll es noch heißer werden", sagte BMW-Motorsportdirektor Mario Theissen. "Das Rennen wird eines der härtesten des Jahres", glaubt sein Mercedes-Kollege Norbert Haug. Ob die Motoren, die in dieser Saison zwei Rennen lang halten müssen, die Strapazen durchhalten, wird sich im Rennen zeigen.

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