Werbeplattform
Die US-Open avancieren zur Geldmaschine

Trotz Dauerregens beweisen die US-Open eins: Tennis ist in den USA eine erstklassige Werbeplattform. Seit jüngstem locken aber auch Märkte in Fernost mit hohem Potenzial. Das bemerken nun auch die Werbepartner.

KölnWall-Street-Milliardäre lieben Tennis. George Soros spielt seit langem, auch Hedge-Fonds-Manager Bill Ackman schwingt den Schläger. Milliardär Raj Rajaratnam war früher bei den New Yorker US Open zu Gast - angeblich, um auf der Tribüne Anlagetipps zu ergattern. Die Jagd nach vertraulichen Infos wurde Rajaratnam zum Verhängnis: Im Mai befand ihn eine Jury des Insiderhandels für schuldig. Das bis Sonntag laufende Tennisturnier gilt unter Bankern ungeachtet der schwierigen wirtschaftlichen Lage als erstklassige Gelegenheit zum zwanglosen Informationsaustausch.

Sponsoren nutzen alle Kanäle

Der Tennisverband USTA setzt mit den US Open geschätzte 250 Millionen Dollar um, die Hälfte streicht er als Gewinn ein. Ein großer Teil der Einnahmen stammt aus dem Verkauf der TV-Rechte und aus Sponsoring-Verträgen. Unternehmen bekommen auch Werbekanäle in den neuen Medien geboten: So wurde die offizielle iPhone-App der USOpen 2010 mehr als 670000-mal heruntergeladen. 12,4 Millionen Besucher schauten sich zudem die Webseite des Turniers an, auf der erstmals die Finalspiele live in 3-D übertragen wurden. "Die US-Open haben ein starkes Sponsorenportfolio, sie werden weiter Werbepartner anziehen", sagt William Chipps vom US-Institut IEG. Die Veranstalter rechnen mit über 700.000 Zuschauern vor Ort.

Die guten Perspektiven bestätigte im Frühjahr die Ratingagentur Fitch: Sie bewertete die Anleihen im Wert von mehr als 100 Millionen Dollar, die der Verband für den Ausbau der Anlage im New Yorker Stadtteil Queens begeben hatte, mit der Note A. Die Ausfallwahrscheinlichkeit ist damit im Vergleich zu anderen Bonds aus dem Sportbereich extrem gering.

Auch die Region profitiert: Allerdings ist der ökonomische Effekt umstritten: Der Verband verweist auf eine mehr als zehn Jahre alte Studie, derzufolge die Metropolregion zusätzlichen Umsatz von rund 420 Millionen Euro erwirtschaftet. Die Zahl sei um das Zehnfache übertrieben, entgegnet Wirtschaftsprofessor Victor Matheson vom College of the Holy Cross. "Tennisfans ersetzen andere Touristen, zudem verdienen lokale Geschäfte weniger, weil das Geld stattdessen für die US-Open ausgegeben wird", sagt er.

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