Werbung für deutsche Rösser und Reiter
Tierisch teure Sportgeräte

Der wahre Preis ist selten zu ermitteln: Die rund 1000 edlen Pferde, die in diesen Tagen in der Aachener Soers bei den Weltreiterspielen auflaufen, stellen zusammen einen Wert dar, den wahrscheinlich König Hamad bin Isa Al Khalifa aus Bahrein und Sheikh Mohammed bin Rashid Al Maktoum aus Dubai nur zusammen bezahlen könnten. Beider Familien werden zu den reichsten dieser Erde gerechnet.

AACHEN. Doch die beiden potenten Regenten aus dem Morgenland, die in Aachen neben anderen Prominenten aus dem Hoch- und Geldadel gesehen wurden, sind nicht gekommen, um Pferde zu kaufen. Sie besitzen bereits sehr gute und haben in Aachen einfach eine unbezahlbare Freude daran, diese im sportlichen Vergleich mit anderen Vierbeinern zu beobachten.

Doch die tierisch teuren Sportgeräte müssen auch geritten werden. Mitunter müssen es nicht einmal Millionen Euro teure Tiere sein, um ganz vorne dabei zu sein. Gute Pferde machen bekanntlich gute Reiter. Das gilt auch umgekehrt. So trug ein selbst aufgezogenes Pferd Heike Kemmer zum Weltmeistertitel (Mannschaft). Oder der Hengst Vincent, der auf der Verdener Auktion für bescheidene 8 000 Euro ersteigert wurde, trug seine mexikanische Reiterin Bernadette Pujals auf den zehnten Platz im Dressur-Finale.

Aber das sind wirklich Ausnahmen, die immer wieder gerne von normal Sterblichen erzählt werden. Der Wert von Nadine Capellmanns Ausnahmepferd Elvis, mit dem sie bei der WM Vierte wurde, wird auf vier Millionen Euro taxiert. Dennoch unverkäuflich, weil die Aachener Mannschaftsweltmeisterin ihr Pferd nicht als Geldanlage versteht.

Als Faustregel gilt: Sowohl Spring- wie Dressurpferde mit außergewöhnlichen Eigenschaften für den absoluten Spitzensport sind erst zwischen zwei und vier Millionen Euro zu haben.

Dass damit gerade der Dressursport ein Zuschussgeschäft ist, zeigen die vergleichsweise bescheidenen Geldpreise: Anky van Grunsven, die neue Dressur-Weltmeisterin, erhielt für ihren Sieg in Aachen ein Preisgeld von 19 800 Euro. Die Reiterinnen und Reiter müssen ihre Zahlungsmittel also woanders herholen. Zum Beispiel beim Pferdehandel. So hat die siegreiche Holländerin van Grunsven ihr Championatspferd Salinero eigentlich für einen Kunden aus den USA ausgesucht. Als jedoch der Proberitt ein sehr gutes Gefühl vermittelte, blieb Salinero im eigenen Stall – die Kundschaft aus den USA musste sich mit einem weniger talentierten Tier begnügen. Die andere Dressurweltmeisterin Isabell Werth, die die Beste im Pflichtprogramm war, betreibt einen eigenen Ausbildungsstall. Aber nur, weil sie eine Sponsorin hat, die übrigens auch den Springreiter Ludger Beerbaum beritten macht, verfügt sie über Toppferde und kann in der internationalen Spitze vorneweg reiten.

Gut ausgebildete Dressurpferde sind die teuersten Reitpferde. Das liegt vor allem daran, dass es eben doch nur ganz wenige Rösser gibt, die gut genug für große internationale Wettbewerbe sind. Zudem haben sie einen langen, beschwerlichen und teuren Ausbildungsweg hinter sich, bevor sie beispielsweise in Aachen auftreten dürfen.

Weil es dabei also um sehr viel Geld geht, machen findige und sachkundige Pferdeexperten ein Geschäft draus. „Das System der Pferdezucht in Deutschland ist so bewährt“, erklärt Deutschlands größter Pferdezüchter, der Ex-Europameister Paul Schockemöhle aus dem kleinen oldenburgischen Dorf Mühlen, „dass das zur Vorrangstellung deutscher Pferde führte.“ Schockemöhle selbst verkauft inzwischen 90 Prozent seiner tierischen Produkte ins Ausland. Ja er stattet sogar ganze Equipen wie das Springreiterteam Mexikos mit den passenden „Sportgeräten“ aus. Für den Multiunternehmer aus dem Oldenburgischen (Spedition und Logistik, Fahrzeughandel, Turnierorganisation) ganz sicher kein Verlustgeschäft. Zusammen mit dem Pferdehändler Ulrich Kasselmann aus Hagen im Teutoburger Wald ist er auch Veranstalter der so genannten PSI-Auktion in Ankum (bei Osnabrück). Dort werden besonders ausgewählte vierbeinige Talente, bereits gut ausgebildet, zu Spitzenpreisen versteigert, wobei nicht selten siebenstellige Summen bezahlt werden (nächster Termin: 16. und 17. Dezember).

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