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Werder hakt Königsklasse ab

Beim Tanz auf drei Hochzeiten wird der deutsche Fußball-Meister Werder Bremen nach der ernüchternden 0:3-Heimpleite in der Champions League gegen Olympique Lyon wohl ausgerechnet von der attraktivsten Feier ausgeschlossen.

dpa BREMEN. Beim Tanz auf drei Hochzeiten wird der deutsche Fußball-Meister Werder Bremen nach der ernüchternden 0:3-Heimpleite in der Champions League gegen Olympique Lyon wohl ausgerechnet von der attraktivsten Feier ausgeschlossen.

"Wir sollten uns jetzt auf die Bundesliga konzentrieren. Ich glaube nicht, dass in Lyon noch was geht", sagte Nationalstürmer Miroslav Klose. Für ihn und seine Mitspieler gab es im Achtelfinal-Hinspiel gegen den dreifachen Meister aus Frankreich eine schmerzhafte Lehrstunde. "Das hat richtig wehgetan", befand Werders französischer Abwehrspieler Valerien Ismael nach dem ungleichen Duell mit seinen Landsleuten.

Bei ihrer zweiten Champions-League-Teilnahme mussten die Hanseaten einsehen, dass die europäische Königsklasse doch noch eine Nummer zu groß für sie ist. "Die beiden Tore in der Schlussphase haben alle unsere Träume zerstört", sagte der gelb-gesperrte Kapitän Frank Baumann. Nach dem Führungstreffer durch Sylvain Wiltord (9.) erarbeiteten sich die Gäste durch Mahamdou Diarra (77.) und Juninho (80.) einen nahezu uneinholbaren Vorsprung für das Rückspiel am 8. März und sorgten für lange Gesichter bei den Bremern. "Ein ganz bitterer Abend", meinte Manager Klaus Allofs, dessen Team auch in der Bundesliga und im DFB-Pokal am Scheideweg steht.

Einige Profis wie Stürmer Nelson Valdez stellten Zweckoptimismus zur Schau ("Die Hoffnung stirbt zuletzt"), aber selbst die mit etlichen Europapokal-"Wundern" erfahrenen Bremer glauben nicht mehr wirklich an die Sensation und den damit verbundenen Einzug in das Viertelfinale. Zwar schafften die Norddeutschen 1999 nach einer 0:3- Hinspiel-Niederlage in Lyon durch ein 4:0 zu Hause noch die Wende. Doch die am Mittwoch abgeklärt aufspielenden Franzosen werden sich den Vorsprung in diesem Jahr wohl nicht mehr nehmen lassen. Für Werder-Trainer Thomas Schaaf ist die Begegnung in knapp zwei Wochen in Südfrankreich daher auch mehr eine Angelegenheit für das ramponierte Renommee. "Wir müssen dokumentieren, dass wir stärker spielen können", forderte er.

Ohne ihren mit fünf Treffern besten Champions-League-Torschützen Ivan Klasnic, der kurzfristig wegen einer Muskelverletzung ausgefallen war, nutzten die Hanseaten eine Fülle von Chancen nicht. "Wir haben es vorne nicht gebacken bekommen", kritisierte Schaaf. Und Torhüter Andreas Reinke, der beim 35-Meter-Freistoß zum 0:3 keinen guten Eindruck hinterließ, sagte: "So viele Chancen bekommt man selten in der Champions League." Ganz anders trat da das Gäste-Team mit der Erfahrung von sechs Champions-League-Teilnahmen nacheinander auf: Von vier Schüssen auf das Reinke-Tor waren drei drin.

Nach dem deprimierenden Abend in der "Königsklasse" gilt es nun wieder in der Bundesliga. "Wir müssen zu Hause gegen Bochum gewinnen", sagte Klose mit Blick auf die Partie am 26. Februar. Nach dem Heimspiel gegen den VfL Bochum steht am 1. März das Viertelfinale im DFB-Pokal bei den Amateuren des FC Bayern München an, ehe es vier Tage später bei den Profis des Rekordmeisters weiter geht.

Lyon hofft nun, noch lange im Konzert der Großen mitspielen zu können. Zu 90, 95 Prozent sei das Viertelfinale erreicht, bestätigte Trainer Paul Le Guen. "Wir haben den anderen Mannschaften gezeigt, dass wir nichts verschenken. Das war die wichtigste Botschaft."

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