Wettkämpfe abgesagt
Wie der Dauerregen die Spitzensportler bremst

Ob Leichtathletik, Golf, Springreiten oder Tennis: Das Regenwetter vermiest sämtlichen Spitzensportlern ihre Wettkämpfe. Einige deutsche Profis riskieren durch ihre Absagen sogar einen sportlichen Abstieg.
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BerlinDer Dauerregen bringt derzeit auch das Programm der Spitzensportler durcheinander. Das für Samstag geplante Leichtathletik-Meeting in Jena fällt ins Wasser, in München musste der zweite Tag der Ladies German Open im Golf am Freitag aufgrund von heftigen Schauern abgebrochen werden. Das deutsche Springreiter-Team verzichtete auf die Teilnahme beim Nationenpreis in St. Gallen, weil der Start wegen des regennassen Bodens zu riskant war. In Paris kämpfen die Tennisprofis schon seit Tagen mit den häufigen Regen-Unterbrechungen.

Beim Sportfest im Jenaer Ernst-Abbe-Stadion wollten zahlreiche deutsche Topsprinter eigentlich die WM-Normen in Angriff nehmen. Doch die Organisatoren sahen sich zur Notbremse gezwungen. „Aufgrund der Wetterbedingungen und der anstehenden Hochwassergefahr muss die Veranstaltung abgesagt werden. Wir bitten alle Betroffenen, diese Entscheidung zu verstehen“, teilten die Organisatoren am Freitag auf ihrer Homepage mit.

Auch in München war Land unter. Nach der Absage am Freitag sollte die zweite Runde der Golfspielerinnen am Samstag ab 7.50 Uhr nachgeholt werden. Ob die Veranstaltung wie geplant am Sonntag beendet werden kann, steht noch nicht fest. „Wir werden alles unternehmen, um am Sonntag eine Siegerin küren zu können. Die Greenkeeper geben alles, um den Platz spielbar zu machen“, sagte Nikolaus Peltzer, Geschäftsführer der Deutschen Golf Sport GmbH.

Ganz aufs mögliche Preisgeld verzichteten die deutschen Reiter. „Das Wohl der Pferde steht immer an erster Stelle“, sagte Bundestrainer Otto Becker. Der Coach traf die Absage in Absprache mit den Reitern Christian Ahlmann (Marl), Ludger Beerbaum (Riesenbeck), Marcus Ehning (Borken) und Meredith Michaels-Beerbaum (Thedinghausen). Die anderen sieben Teams ritten hingegen.

Der verpasste Start kann langfristige Folgen haben. Das deutsche Team könnte durch den freiwilligen Verzicht in die B-Gruppe des Nationenpreis-Wettbewerbes absteigen. Zudem ist das Erreichen des Finalturniers in Barcelona gefährdet. Becker nahm das in Kauf und sagte: „Das ist für uns höhere Gewalt.“

Die Veranstalter hatten zuvor in Absprache mit den Equipenchefs der anderen Nationen „aufgrund der misslichen Witterung“ den Parcours leichter als vorgesehen aufgebaut. Hindernisse wurden gestrichen und das vorgeschriebene Grundtempo reduziert.

Bei den French Open in Paris wünschen sich die Tennisprofis wegen der vielen Regenpausen endlich ein Dach, doch vor 2018 wird das wohl nichts. Frühestens dann wollen die Veranstalter den modernisierten Centre Court auch überdachen lassen. „Das ist unerträglich hier“, twitterte die deutsche Tennis-Bundestrainerin Barbara Rittner schon am Donnerstag, als der nächste Schauer niederging und die Spiele in Paris stoppte. Den Ärger über das miese Wetter teilt Rittner derzeit mit vielen Deutschen.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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