„Wie sie es machen, ist gegen die Menschenrechte. Es ist unglaublich.“: Dopingfahnder waren als Fans getarnt

„Wie sie es machen, ist gegen die Menschenrechte. Es ist unglaublich.“
Dopingfahnder waren als Fans getarnt

Unorthodoxe Doping-Fahndungsmethoden sorgen unter den Athleten der Olympischen Winterspiele in Turin für Ärger und Verwunderung. Ski-Star Hermann Maier: "Wie in einem schlechten Film."

HB TURIN. Einer Reihe von Sportlern wurde offenbar von getarnten Ermittlern aufgelauert, die dann zur Kontrolle baten, darunter auch Österreichs Ski-Idol Hermann Maier und sein amerikanischer Abfahrtskollege Steven Nymann. Er wurde unmittelbar vor einem Fernsehinterview von einen angeblich offiziellen Tester des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) überrascht. "Ich habe keine Ahnung, was für eine Akkreditierung er hatte oder wo es ihm erlaubt war, hinzugehen", erklärte Mike Kertesz, Funktionär des Ski- Weltverbandes Fis, am Sonntag zu diesem Fall.

Zuvor war bereits anderen Athleten von getarnten Doping-Fahnderin aufgelauert worden. So stellte sich dem österreichischen Kombinierer Mario Stecher im Olympischen Dorf von Bardoneccia ein Mann als Journalist vor und bat um ein Interview - unter vier Augen und in seinem Zimmer, berichtete "Spiegel-Online". Dann offenbarte sich der Fremde als Doping-Tester und bat um eine Probe. Der Sprecher des österreichischen Olympia-Teams zeigte sich über dieses Vorgehen irritiert und kritisierte es als "nicht einwandfrei".

Auch Ski-Star Hermann Maier wurde mit diesen seltsamen Methoden der Anti-Doping-Kämpfer konfrontiert. In seinem Falle hätten sich zwei Fahnder als italienisches Paar und Maier-Fans ausgegeben, um den "Herminator" dann am vergangenen Donnerstag zum schnellen Test zu bitten. Wie Maiers Sprecher Walter Dellekarth berichtete, handelte es sich "um eine Blondine" und einen "jungen Burschen", die mit "leuchtenden Augen" Fans gemimt hätten. "Das ist wie in einem schlechten Film", meinte Dellekarth. "Das war nicht nett", sagte Maier. Sein Mannschaftsarzt Wulf Gloetzer äußerte sich nicht so diplomatisch: "Wie sie es machen, ist gegen die Menschenrechte. Es ist unglaublich."

Das IOC äußerte sich zurückhaltend über die merkwürdigen Anti- Doping-Maßnahmen. "Die Athleten können zu jeder Zeit und an jedem Ort getestet werden", erklärte IOC-Sprecherin Giselle Davies. "Die Doping-Kontroll-Teams haben eine klare Identifizierungs-Marke am Arm und eine Akkreditierung."

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