Wilhelm unter ferner liefen
Glagow rettet deutsche Bilanz

Im deutschen Biathlon-Lager hatte man sich vor dem 15km-Einzelrennen der Damen berechtigte Hoffnungen gemacht, im Kampf um die Goldmedaille ein gehöriges Wörtchen mitzureden. Nach dem Rennen machte sich deshalb auch Enttäuschung breit - darüber konnte auch der dritte Platz von Martina Glagow nicht hinwegtäuschen.

HB TURIN. Martina Glagow hat bei den Olympischen Winterspielen in Turin die fest anvisierte Medaille für die deutschen Biathlon- Damen über 15 Kilometer geholt. Die 26-Jährige aus Mittenwald gewann am Montag in San Sicario Bronze musste sich lediglich der Olympiasiegerin Swetlana Ischmuratowa und deren russischen Landsfrau Olga Pylewa geschlagen geben. Dagegen erlebten ihre Teamkolleginnen eine herbe Enttäuschung. Besonders Gold-Favoritin Kati Wilhelm blieb als 17. weiter hinter den Erwartungen.

"Das ist einfach Wahnsinn. Ich kann es gar nicht beschreiben. Ich bin ziemlich langsam angegangen. Denn ich wusste, dass ich am Ende noch einmal zulegen konnte", sagte Martin Glagow, die mit einer schnellen Schlussrunde einen russischen Dreifacherfolg verhinderte. Sie fing die noch nach dem vierten Schießen vor ihr liegende Albina Achatowa ab. Am Schluss war Glagow völlig ausgepumpt. "Sehr viel weiter hätte es nicht gehen dürfen."

Dagegen vergaben Andrea Henkel aus Großbreitenbach, die noch vor vier Jahren olympisches Gold über die Strecke geholt hatte, Uschi Disl aus Moosham und Kati Wilhelm aus Zella Mehlis am Schießstand alle Medaillenchancen. Henkel leistete sich beim letzten Schießen zwei Fehlschüsse und kassierte damit zwei Strafminuten. Sie wurde am Ende Fünfte. Auch Disl war bis zum letzten Schießen noch auf Medaillenkurs. Doch drei Scheiben blieben stehen. Mit insgesamt fünf Schießfehlern wurde sie 13. "Das Stehendschießen ärgert mich fürchterlich. Ich wollte es zu genau machen und habe zu spät abgedrückt", sagte die zweimalige Staffel-Olympiasiegerin.

Noch schlechter lief es für Weltcup-Spitzenreiterin Kati Wilhelm, die ebenfalls mit fünf Fehlschüssen abgeschlagen auf Rang 17 landete. "Das war das schwerste 15-Kilometer-Rennen meines Lebens. Natürlich hatte ich mir mehr ausgerechnet. Das ist ärgerlich", meinte Wilhelm, die nach eigener Aussage sich nicht auf die wechselnden Winde am Schießstand einstellen konnte.

Der Sieg von Ischmuratoaw kam nicht überraschend. Die 33-Jährige hatte zwar erst in dieser Saison ihren ersten Weltcup-Sieg gefeiert, doch zeigte sie zuletzt konstant gute Leistungen. Mit nur einem Schießfehler und einer starken Laufleistung lag sie am Ende 45,5 Sekunden vor Pylewa und 1:10,8 Minuten vor Glagow.

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