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Williams-Sieg nach Final-Drama

Wimbledon ist wieder in Williams-Hand: Nach einem titellosen Jahr für die Tennis-Familie in London hat Venus mit ihrem dritten Triumph ein weiteres Kapitel in der Erfolgs-Saga des US-Clans geschrieben.

dpa LONDON. Wimbledon ist wieder in Williams-Hand: Nach einem titellosen Jahr für die Tennis-Familie in London hat Venus mit ihrem dritten Triumph ein weiteres Kapitel in der Erfolgs-Saga des US-Clans geschrieben.

Nur kurz trieb die 25-Jährige nach dem dramatischen 4:6, 7:6 (7:4), 9:7 über Lindsay Davenport auch den feinen Herren des All England Lawn Tennis Club den Schweiß auf die Stirn, als sie mit dem Venus Rosewater Dish ihre Freudensprünge vollführte. Die Siegerschale überstand den Gefühlsausbruch aber unbeschadet.

Die Emotionen waren verständlich: Als erste Siegerin seit 70 Jahren wehrte Venus Williams im Finale zunächst einen Matchball ab, ehe sie ihre eigene Chance nutzte und nach 2:45 Stunden das längste Frauen-Endspiel der 119-jährigen Wimbledon-Historie beendete. Nie zuvor ging der Erfolg an eine Spielerin, die nur an Nummer 14 gesetzt war.

"Das ist etwas ganz Besonderes. Wer auf mich gewettet hat, hat einen guten Schnitt gemacht. Aber ich wette immer auf mich selbst", sagte Venus Williams, die nach zuletzt fünf Final-Pleiten gegen Schwester Serena endlich ihren fünften Grand-Slam-Einzeltitel holte. "Ich bin stolz darauf, aber ich will noch viel mehr. Es ist mein Schicksal, große Titel zu gewinnen." Auf dem Heiligen Rasen siegte sie zum dritten Mal nach 2000 und 2001. 2002 sowie 2003 gewann Serena die Familien-Finals. Seit der Niederlage vor zwei Jahren hatte Venus kein Grand-Slam-Endspiel mehr erreicht.

Eine Woche nach dem enttäuschenden Drittrunden-Aus der nicht austrainierten Schwester überzeugte Venus zwar immer nur dann, wenn sie unmittelbar vor der Niederlage stand. Doch mit ihrem unbeugsamen Willen verdiente sie sich am Ende die Ovationen der faszinierten und ab dem Ende des zweiten Satzes begeistert mitgehenden 13 800 Fans auf dem Centre Court. Die Zeitung "Mail on Sunday" stimmte tags darauf mit ein: "Venus ist nicht von dieser Welt."

Der Verzweiflung nahe war dagegen die Weltranglisten-Erste Lindsay Davenport, die beim 5:4 im dritten Satz sogar einen Matchball besaß. "Jedes Mal, wenn sie die schlechteren Karten hatte, hat sie unglaublich gespielt. Ich muss mich für nichts schämen, sie hat es verdient", sagte Davenport, die ihren bislang einzigen Wimbledon- Titel vor sechs Jahren im Endspiel gegen Steffi Graf geholt hatte. Der letzte Grand-Slam-Triumph gelang ihr bei den Australian Open 2000. Vor einem halben Jahr hatte sie in Australien ebenfalls trotz einer Führung das Endspiel verloren - gegen Serena Williams, die damals am Ende keinen Widerstand mehr brechen musste.

Ihre Titelträume begraben mussten auch Anna-Lena-Grönefeld und Martina Navratilova. Im Damen-Doppel gab es eine 4:6, 4:6-Niederlage gegen Navratilovas Ex-Partnerin Swetlana Kusnezowa und Einzel-Halbfinalistin Amélie Mauresmo. "Ich bin natürlich sehr enttäuscht, aber am Ende muss ich mit dem Halbfinale zufrieden sein", sagte Grönefeld. Mit umgerechnet 38 000 Euro Preisgeld nahm die Nordhornerin zumindest einen "der größten Schecks meiner Karriere" mit in die Wahlheimat Arizona. Das 48 Jahre Tennis-Idol Navratilova schied danach auch im Mixed aus und muss sich den Wimbledon-Rekord von 20 Titeln wohl für immer mit Billie Jean King teilen.

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