Wimbledon im Wandel
Erdbeeren mit Sahne und Schuldverschreibungen

Vorjahresfinalistin Sabine Lisicki ist dieses Jahr schon im Viertelfinale von Wimbledon ausgeschieden. Das altehrwürdige Turnier übt sich derweil im Spagat zwischen Expansion und Tradition.
  • 0

LondonNoch widersetzen sie sich den neuesten Gesundheitstrends: Demnach mögen immer mehr Briten keine Sahne mehr, sondern ziehen milchfreie Alternativen vor, haben die Marktforscher von Mintel herausgefunden. Beim traditionellen Tennisturnier Wimbledon bleibt es aber dabei: Die Essensstände servieren weiterhin Erdbeeren mit Sahne – wie schon seit Jahrzehnten.

Bis zu 28 Tonnen der roten Früchte und 7.000 Liter Sahne werden die Zuschauer voraussichtlich während des zweiwöchigen Turniers essen. Ein Schälchen mit mindestens zehn Erdbeeren, die stets aus der Grafschaft Kent kommen, kostet 2,50 Pfund (umgerechnet 3,10 Euro). Dieser Preis ist seit fünf Jahren gleich geblieben.

Erdbeeren mit Sahne, das gehört zu Wimbledon genauso wie das regnerische Wetter, ein Glas des Nationalgetränks Pimm’s und der Spruch „new balls, please“. Daran halten die Ausrichter der Veranstaltung, der All England Lawn Tennis and Croquet Club, auch weiterhin fest.

Parallel dazu treiben sie aber Expansion und Wandel voran – stets mit dem Ziel: „Wir sehen Wimbledon als das führende Turnier in der Tennis-Welt an und das wollen wir auch bleiben“, sagt Philip Brook, Vorsitzender des All England Club, „und der einzige Weg, um ganz oben zu bleiben, besteht darin, sich ständig zu verbessern und weiter zu entwickeln.“

Dafür will der Verein in den nächsten Jahren einiges in seine Anlagen investieren – Geld, das durch den Verkauf neuer Schuldverschreibungen in die Kasse hereingekommen ist. Und dafür hat der Club die Preise deutlich erhöht.

Für jeweils 50.000 Pfund brachte der All England Club die Anleihen unters Volk. Diese Summe schließt Freikarten für alle Spiele im Centre Court, dem Hauptplatz, für den Zeitraum 2016 bis 2020 sowie den Zugang zu einer speziellen Lounge, Bar und einem Restaurant ein. Zuvor hatte der Club knapp 28.000 Pfund pro Anleihe verlangt, die Tickets für Centre-Court-Spiele für die Jahre 2011 bis 2015 einschloss.

Seite 1:

Erdbeeren mit Sahne und Schuldverschreibungen

Seite 2:

Höhere Siegprämien

Kommentare zu " Wimbledon im Wandel: Erdbeeren mit Sahne und Schuldverschreibungen"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%