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Winokurow verspricht weitere Attacken

Nach seinem triumphalen Sieg auf der elften Etappe der 92. Tour de France hat der Kasache vom Team T-Mobile seinen Kampfgeist wieder entdeckt.

Nach dem Einbruch auf der ersten Alpenetappe am Dienstag hat sich Alexander Winokurow einen Tag später eindrucksvoll zurück gemeldet und mit dem Sieg auf dem elften Teilstück in Briancon seinen Kampfgeist aufleben lassen. "Wer nichts riskiert, kann auch nichts gewinnen. Ich werde weiter angreifen und alles versuchen", sagte der T-Mobile-Profi und kündigte weitere Attacken auf den sechsmaligen Toursieger Lance Armstrong in den Pyrenäen an.

Winokurow schiebt die Schuld auf den Ruhetag

In nur 24 Stunden erlebte Winokurow die Höhen und Tiefen einer Tour de France. Als Geheimfavorit angetreten, erlitt er in Courchevel einen schweren Einbruch und verlor mehr als fünf Minuten auf Armstrong. "Der Ruhetag hat mich aus dem Rhythmus gebracht", erklärte Winokurow, den das Versagen schwer getroffen hatte. Einen Tag später war der 31-Jährige aber wieder in seinem Element, als er seine Qualitäten mit einem Husarenritt über Col de la Madeleine, Col du Telegraphe und Col du Galibier unter Beweis stellte.

Rückstand schreckt Winokurow nicht ab

"Va attaquer", heißt seit Jahren sein Motto, das auch von Armstrong gefürchtet wird. Kaum ein Fahrer präsentiert sich derartig angriffslustig wie der Oberst der kasachischen Armee. So lässt sich Winokurow von dem deutlichen Rückstand im Gesamtklassement nicht entmutigen: "Fünf Minuten sind schon hart, aber auch Lance Armstrong kann mal wie 2003 einen schlechten Tag haben. Dann ist noch alles möglich."

Motivationshilfe für die nächsten schweren Bergetappen bekam die T-Mobile-Geheimwaffe von Armstrong gratis dazu. "Winokurow hat bei uns nicht mehr oberste Priorität. Deshalb haben wir ihn auch fahren lassen", tönte der Texaner. Worte, die den ehrgeizigen Kasachen sicherlich nicht unberührt lassen.

Denn für den dreifachen Familienvater bleibt ein Platz auf dem Podium nach wie vor das Ziel. Dort hatte er bereits 2003 als Dritter gestanden, im Vorjahr machte ihm ein Sturz bei der Tour de Suisse einen Strich durch die Rechnung. Dass er bei T-Mobile im Schatten seines Freundes Jan Ullrich steht, ist für Winokurow kein Problem. "Jan ist der Leader, aber ich habe meine Freiheiten", so der Gewinner des Frühjahrsklassikers Lüttich-Bastogne-Lüttich.

Teams buhlen um "Winos" Dienste

Ob diese Rollenkonstellation im nächsten Jahr auch noch Bestand hat, ist indes fraglich. Zahlreiche Angebote hat Winokurow, dessen Vertrag beim Bonner Radrennstall ausläuft, auf dem Tisch liegen. "Wir haben ihm ein gutes Angebot unterbreitet. Aber wenn ein Mann wie Wino zu haben ist, dann sind auch 19 andere Teams interessiert. Das wissen wir", sagt sich der designierte T-Mobile-Teamchef Olaf Ludwig zu den komplizierten Vertragsverhandlungen.

Vor allem das Armstrong-Team Discovery Channel buhlt um Winokurow, der sich nicht abgeneigt zeigt: "Wenn ich T-Mobile verlasse, dann nur in Richtung Discovery. Ich fühle mich aber sehr wohl hier." Seit 2000 trägt er bereits das Magenta-Trikot, in dem er den großen Durchbruch geschafft hat. 34 Profisiege stehen bei ihm zu Buche. Ob bei den Klassikern im Frühjahr, bei den Rundfahrten im Sommer oder bei der WM im Herbst - der in Monte Carlo lebende Winokurow kennt auf der Jagd nach Siegen keine Pause.

Schon in seiner Kindheit war kaum einer beim Training derart ehrgeizig wie Winokurow. Mit Dauerläufen von bis zu 40 Kilometern hat er sich damals die Härte geholt, die ihn heutzutage bei seinen langen Ausreißversuchen so auszeichnet. Und seine Bergfestigkeit erarbeitete sich der erste Medaillengewinner Kasachstans bei Olympia (Silber in Sydney 2000) im bis zu 4000m hohen Tientschan-Gebirge.

© SID

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