Winterspiele 2014
Sponsoren in Sotschi auf dünnem Eis

In hundert Tagen starten die Olympischen Winterspiele in Sotschi. Langsam laufen sich die Sponsoren warm, doch diesmal mit großem Risiko, da international starke Proteste drohen. Aber der russische Markt ist verlockend.
  • 0

KölnDie Palmen stehen bereit vor dem Olympischen Dorf – die Wintersportler können kommen. Gute drei Monate sind es noch bis zum Beginn der Olympischen Winterspiele 2014, die am 7. Februar im russischen Sotschi eröffnet werden.

Während die Organisatoren stolz die Fortschritte im Aufbau der Infrastruktur präsentieren, schalten auch die Sponsoren der Großveranstaltung langsam in den Olympia-Modus. Den Auftakt machte der Konsumgüterhersteller Procter&Gamble, einer der zehn Top-Sponsoren des Internationalen Olympischen Komitees (IOC).

In den ersten Werbevideos vor einigen Tagen rückte der Konzern die Mütter der Athleten in den Fokus – eine Fortsetzung der höchst erfolgreichen „Thank you, Mom“-Kampagne, die bei den Olympischen Sommerspielen 2012 für Furore sorgte. Doch die Bilder der heilen Werbewelt können nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Spiele in Russland international höchst umstritten sind – und so auch die Sponsoren unter Druck kommen könnten.

„Olympische Spiele sind jedes Mal anders – und das ist auch so gewollt“, sagt Wolfgang Maennig, Sportökonom an der Universität Hamburg und Goldmedaillengewinner im Ruder-Achter von Seoul. „Und den Sponsoren ist klar, dass sie auch deshalb ein Risiko eingehen.“

Sotschi 2014 bietet viele Angriffspunkte: Wenn die bislang kolportierten Zahlen stimmen, dürften die Spiele die teuersten aller Zeiten werden: Etwa 36 Milliarden Euro wurden für Infrastrukturvorhaben ausgegeben - auch Korruption soll nicht unwesentlich dazu beigetragen haben, dass die Kosten in die Höhe schnellten. Gerüchten zufolge sorgen bummelnde Baufirmen in der Schlussphase der Fertigstellung gezielt für erhöhten Leidensdruck, um noch mehr Geld vom Staat zu kassieren.

Kommentare zu " Winterspiele 2014: Sponsoren in Sotschi auf dünnem Eis"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%