Winterspiele 2018
München macht Milliarden-Rechnung für Olympia auf

Die Münchener Bewerbungsgesellschaft hat sich erstmals zu den voraussichtlichen Kosten für das Mammutprojekt Olympia 2018 geäußert: Mit rund drei Milliarden Euro soll die Ausrichtung zu Buche schlagen - an dieser Zahl werden sich die Veranstalter künftig orientieren. Und doch dürfte das nur die halbe Wahrheit sein - wie auch das Beispiel Vancouver vermuten lässt, wo am Donnerstag 100 Tage vor Beginn der Winterspiele 2010 das Olympische Dorf an die Veranstalter übergeben wurde.
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KÖLN. Den größten Aufwand verursacht nach Angaben der Münchener der Ausbau der Infrastruktur. Für das Großereignis sind Investitionen in Straßen, Bahnen, Unterkünfte und Sportstätten notwendig, die schon allein zwischen 1,66 und 2,33 Mrd. Euro kosten sollen. Der Bund, das Land Bayern, die Kommunen und private Träger sollen die Finanzierung sichern.

Die große Spannbreite zeigt allerdings auch, wie unklar die Planungen noch sind. "Wir reden im Moment von groben Schätzungen", sagt der Sprecher der Bewerbungsgesellschaft, Jürgen Bühl. Genaue Zahlen wird es wohl erst im März 2010 geben - dann wird die Gesellschaft das erste Bewerbungsdokument, das sogenannte "Mini Bid Book", an das Internationale Olympische Komitee (IOC) übergeben. München kandidiert neben dem französischen Annecy und dem südkoreanischen Pyeongchang um die Winterspiele 2018. Das IOC entscheidet im Sommer 2011 über den Austragungsort.

Nach Einschätzung von Experten kann sich München allerdings darauf einstellen, dass Olympia bei einem Zuschlag weit mehr als die jetzt veranschlagten drei Mrd. Euro kosten wird. "Solche Großereignisse, für die viel gebaut werden muss, werden fast immer teurer als geplant", sagt Norbert Schütte, Sportökonom an der Mainzer Universität. "Beim Bau treten regelmäßig unvorhergesehene Probleme auf - das ist wie bei Privatleuten, die ein Haus bauen."

Das beste Beispiel für aus dem Ruder laufende Kosten sind die Winterspiele im nächsten Februar im kanadischen Vancouver. Heute hat die Stadt als Bauherr das Olympische Athletendorf an das Organisationskomitee Vanoc übergeben. Genau 100 Tage vor Beginn des Sportevents sind damit die Anlagen in Vancouvers Innenstadt fertig. Zwei Jahre dauerten die Bauarbeiten, mehrfach musste die Stadt dabei Preissteigerungen in Kauf nehmen. Zuletzt räumte die Stadt eine Budget-Überschreitung um 84 Mio. Euro ein. Schließlich kostete das Dorf umgerechnet 648 Mio. Euro. Für diese Summe beherbergt Vancouver während der Spiele 2 700 Athleten und Offizielle.

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