DurbanDie Vollversammlung des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) entschied sich am Mittwoch in Durban schon im ersten Wahlgang für den neuen Wintersportmarkt auf dem bevölkerungsreichsten Kontinent Asien und belohnte das zehnjährige intensive und beharrliche Werben Südkoreas. München unterlag bei der Abstimmung von 95 IOC-Mitgliedern deutlich mit 25:63 Stimmen gegen Sieger Pyeongchang. Der französische Außenseiter Annecy war mit sieben Voten absolut chancenlos.

Als um 17.18 Uhr MESZ IOC-Präsident Jacques Rogge den Sieger verkündete, brandete in der erleichterten südkoreanischen Delegation Jubel auf - nicht nur Münchens Vorzeigefigur Katarina Witt verlor dagegen ihr Dauerlächeln im Moment der großen Enttäuschung und musste anschließend mit den Tränen kämpfen. 44 Monate Kampf um ein „bayerisches Wintermärchen“ blieben ohne Happy-End.
Trotz einer überzeugenden Kampagne und eines kräftigen Endspurts in Durban mit Bundespräsident Christian Wulff und Fußball-„Kaiser“ Franz Beckenbauer kam München nicht auf genug Stimmen. Damit reichte es im millionenschweren Dreikampf ebenso wenig zum Sieg wie für das französische Annecy. Münchens Niederlage war Deutschlands vierte nacheinander im Kampf um Olympische Spiele. Zuvor waren Berchtesgaden (1992/Winter), Berlin (Sommer/2000) und Leipzig für die Sommerspiele 2012 sogar in der Vorausscheidung gescheitert. Ob München auch für 2022 ins Rennen gehen wird, ließen sowohl Bewerbungschefin Kati Witt wie auch DOSB-Präsident Thomas Bach kurz nach der Niederlage in ersten Stellungnahmen offen. „Das werden wir ganz in Ruhe entscheiden“, sagte Bach.
Bundespräsident Christian Wulff gratulierte Pyeongchang: „Wir wussten, dass es sehr schwer werden würde“, sagte Wulff über die Münchner Bewerbung. München und Deutschland hätten sich im Wettbewerb als sympathisch, offen und sportbegeistert dargestellt. „Ich danke allen, die sich mit so viel Enthusiasmus für die Bewerbung eingesetzt haben“, fügte der Bundespräsident hinzu.
Schon als IOC-Präsident Jacques Rogge gegen 16 Uhr verkündete „Liebe Kollegen, Sie haben den Gastgeber gewählt“, war so gut wie klar, dass die Südkoreaner im Wettbewerb mit München und dem französischen Annecy in ihrem dritten Anlauf endlich das Rennen gemacht und auf Anhieb die absolute Mehrheit von mindestens 48 Stimmen auf sich vereinigt hatte. Im Vorfeld des Votums war selbst von den Vertretern der Münchner Bewerbungsgesellschaft eigentlich nur Pyeongchang ein Sieg im ersten Wahlgang zugetraut worden.
95 Mitglieder des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) konnten abstimmen. Die Südkoreaner hatten sich um die Winterspiele 2010 und 2014 zweimal vergeblich beworben. Damals hatte Pyeongchang in der ersten Runde eine klare Führung, ohne dass es jedoch zur absoluten Mehrheit reichte. In der finalen Abstimmungsrunde wurden sie dann aber beide Male noch abgefangen - von Vancouver und Sotschi. Der letzte Sieger im ersten Wahlgang war Salt Lake City für die Winterspiele 2002.
Pyeongchang will die Olympiade unter dem Motto "Neue Horizonte" veranstalten.
51 Millionen Menschen leben in Südkorea. 1,5 Millionen in der Provinz Gangwon. Davon wohnen 45.000 in Pyeongchang und 230.000 in der Partnerstadt Gangneung.
Insgesamt sind 1,53 Milliarden Dollar für die Organisation eingeplant, wovon die IOC 513 Millionen Dollar garantiert hat. 6,3 Milliarden Dollar sollen noch in die Infrastruktur investiert werden.
Alpine und Kufenwettbewerbe sollen direkt in Pyeongchang stattfinden. Eiswettbewerbe in Gangneung. Die Reisezeit zwischen den Städten dauert 20 Minuten.
Fünf Wettkampfstätten bestehen bereits, zwei müssen noch verbessert werden. Zwei neue sind in jedem Fall geplant. Und für den Fall eines Wahlsiegs sollen drei neue und eine temporäre Kampfstätte entstehen.
Im Falle des Wahlsiegs soll es zwei Olympische Dörfer geben. Eines in Pyeongchang und eines in Gangneung. 80 Prozent der Sportler erreichen ihre Wettkampfstätte in weniger als zehn Minuten, 20 Prozent in weniger als 30.
Das Straßensystem müsste noch stark ausgebaut werden. Außerdem soll eine Hochgeschwindigkeitsstrecke ausgehend vom Flughafen in Seoul gebaut werden. Für die Bahn bedeuteten das Investitionen von 3,4 Milliarden Dollar. In die Straßen müssten noch einmal 697 Millionen investiert werden. Die Entfernung von Seoul nach Pyeongchang beträgt 240 Kilometer.
Insgesamt wird mit 1,6 Millionen verkauften Tickets (81 Prozent) geplant. Die Preise zur Eröffnung lägen bei 300 bis 1000 Dollar. Bei den normalen Wettbewerben zwischen 30 und 150 Dollar. Für die Prime-Wettbewerbe sollen die Zuschauer 100 bis 300 Dollar zahlen.
92 Prozent der Bewohner Pyeongchangs wollen, dass die Spiele in ihrer Stadt ausgetragen werden. Aus der Provinz Gangwon und auch national sind es 87 Prozent.
Das Konzept ist sehr kompakt.
In Asien könnte ein Vermächtnis für den Wintersport in Südkorea und Asien geschaffen werden - und das bei höchsten Zustimmungsraten in der Bevölkerung. Bei zwei vorangegangenen erfolglosen Bewerbungen sind bereits hohe Milliarden-Investitionen in die Infrastruktur geflossen. Die Unterstützung durch Investoren ist groß.
Es gibt eine Sicherheitsproblematik durch die Nähe zur Kriegsgrenze zum verfeindeten Nordkorea. Außerdem sollen 94 Hektar Wald gefällt werden.
Gott sei Dank. Noch mal so ein Theater wie um S21 hätte ich nicht mehr ausgehalten. Wobei sich hier ernsthaft die Frage stellt, welches der beiden Projekte sinnloser gewesen wäre...um keine Missverständnisse aufkommen zu lassen - PRO S21
Gut gelaufen für Europa
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Tatsächlich sind wir noch mit den unbezahlten Rechnungen der schweinsteuren Olympiade 2004 in Athen beschäftigt.
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