Winterspiele 2022
Bürger lehnen Münchener Olympia-Bewerbung ab

Die Olympischen Winterspiele 2022 sind für München kein Thema mehr. Eine Mehrheit sprach sich beim Bürgerentscheid gegen eine Bewerbung aus. Die Botschaft: Deutschland will Olympia nicht um jeden Preis.
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MünchenDie Strahlkraft Olympias hat nicht gereicht. Ernüchtert reagierten Münchens Oberbürgermeister Christian Ude und DOSB-Generaldirektor Michael Vesper am Sonntagabend auf die Abstimmungspleite für ihr Großprojekt Olympia 2022. Die Bürger haben entschieden. Unter diesen Umständen wollen wir das Ringe-Spektakel nicht.

Der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) und die Münchner Olympia-Macher haben es also nicht geschafft, die gestiegene Bedeutung des Sports in der Gesellschaft durch eine erneute bayerische Kandidatur für die Ausrichtung der Winterspiele 2022 zu manifestieren. Im Gegenteil: Ausgerechnet die vermeintliche Wintersportnation Deutschland muss sich jetzt fragen lassen, wie sie der Öffentlichkeit künftig dieses Selbstverständnis und die gleichzeitig ablehnende Haltung gegenüber der Ausrichterrolle erklären will.

Ausschlaggebend für das unerwartet deutliche Debakel in allen vier Bürgerentscheiden sei die „zunehmende Skepsis in Deutschland gegenüber Großereignissen“, vermuteten Ude und Vesper unisono. „Ich persönlich glaube, dass es unsere letzte Chance war, Winterspiele zu bekommen“, erklärte Thomas Schmid, Bürgermeister von Garmisch-Partenkirchen, unmissverständlich.

Seit Sonntag ist klar: So schnell werden Olympische Spiele nicht nach Deutschland zurückkehren - egal, ob im Winter oder im Sommer. Eine Kandidatur um die Ausrichtung der Sommerspiele 2024 gilt als aussichtslos: Südafrika und die muslimische Welt hoffen auf eine Olympia-Premiere, auch die USA wollen sich mit einer aussichtsreichen Metropole bewerben.

„Das Votum ist kein Zeichen gegen den Sport, aber gegen die Profitgier des IOC. Ich glaube, in ganz Deutschland sind Olympia-Bewerbungen mit dem heutigen Tag vom Tisch“, analysierte Ludwig Hartmann, Grünen-Fraktionsvorsitzender im Bayerischen Landtag. Das Internationale Olympische Komitee (IOC) muss sich tatsächlich überlegen, warum die Bürger traditioneller Wintersportländer wie der Schweiz oder Deutschland Olympische Spiele in ihrer Region ablehnen.

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Kommentare zu " Winterspiele 2022: Bürger lehnen Münchener Olympia-Bewerbung ab"

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  • Wer bezahlt denn den ganzen Zirkus? Doch nur wir Steuerzahler. Der IOC schöpft Gewinne ab und zahlt keine Steuern und sonnt sich im gleißenden Licht.
    Fragen Sie doch mal die Ehemaligen Ausrichter ob sich die Investitionen für Olympia amortisiert haben. Vermutlich auch nach Jahrzehnten nicht. Soll Olympia doch dort gefeiert werden wo die Länder oder Repräsentanten noch Geld zum verbrennen haben oder Minderwertigkeitskomplexe zu stillen haben. In Bayern geht das halt nicht mehr.

  • OK, welche Probleme hat denn München, die andere Großstädte nicht auch haben bzw. noch schlechter dastehen als München? (öffentlicher Verkehrsinfarkt steht kurz bevor). Und raten Sie mal, warum München denn eine U-Bahn so schnell bekommen hat. Ohne Ubahn würde München als ein zu groß geratenes Dorf dastehen. Bitte erst überlegen und dann schreiben.

    Achja. Die Chancen, die vertan wurden legen auf der Hand. Die Spiele gehen trotzdem weiter, aber halt in Ländern, die totalitäre Regime haben, wo das Volk schon ausgebeutet wird. Ein Nein bei München bedeutet Zustimmung für diesen Zirkus in anderen Ländern. Die Wanderarbeiter in China, Südafrika usw. werden sich bedanken für diese Engstirnigkeit von Nein-Sagern in Deutschland.

  • Olympia ist doch nur noch ein Ort wo sich EITLE ALTE Herren wichtig machen. Mit Sport hat das schon lange nichts mehr zu tun.

    Nach London wurden aus Deutschland mehr Journalisten von ARD und ZDF entsendet als Sportler! Noch Fragen?

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