Wintersport: Biathlon-Hochburg braucht 27 Millionen Euro

Wintersport
Biathlon-Hochburg braucht 27 Millionen Euro

In Oberhof versammelt sich bis Sonntag die Weltelite der Biathleten. Doch das Städtchen aus Thüringen will mehr: die zweite Biathlon-WM. 2020 oder 2021 soll es soweit sein. Doch noch fehlen dafür die Millionen.
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OberhofOberhof will 2020 oder 2021 zum zweiten Mal die Biathlon-Weltmeisterschaft ausrichten. 27,1 Millionen Euro sind nach einer Studie nötig, um die maroden Oberhofer Sportstätten WM-tauglich zu machen. Doch in den Koalitionsvertrag der neuen Rot-Rot-Grünen Landesregierung fand die im letzten Jahr öffentlichkeitswirksam angekündigte WM-Bewerbung keinen Eingang. „Ich mache mir ernsthafte Sorgen, wie es weitergehen soll“, bekennt Sabine Reuß, die Präsidentin des Thüringer Skiverbands.

Denn das Projekt war schon einmal weiter. Mit 50 000 Euro Landeszuschuss für eine Machbarkeitsstudie hatte vor einem Jahr Thüringens Sportministerin Heike Taubert die Oberhofer WM-Bewerbung angeschoben. „Die Landesregierung unterstützt die Bewerbung“, erklärte die SPD-Politikerin damals. Der Finanzminister werde bereits in den Doppelhaushalt 2015/16 Mittel für die Umsetzung der Studien-Ergebnisse einstellen, kündigte sie damals an.

Nun sagt die Ministerin, in der neuen Regierung als Finanzministerin tätig, dass sie im Doppelhaushalt 2016/17 die Mittel für die schrittweise Modernisierung einstellen wolle. „Dieses Jahr müssen wir nutzen, um Vorarbeiten wie Bauanfragen abzuschließen, damit 2016 mit den Umbauten begonnen werden kann“, ergänzte sie. Taubert erklärte auf dpa-Anfrage, dass sie die Oberhofer WM-Bewerbung weiter unterstütze. „Die Studie hat die Voraussetzungen geliefert, wie wir weitermachen sollten.“

Im Sommer kommenden Jahres wird die Internationale Biathlon-Union (IBU) über die Vergabe der Welttitelkämpfe 2020 und 2021 entscheiden. Wenn bis dahin nicht einige dringend notwendige Bauarbeiten zumindest begonnen wurden, braucht sich Oberhof überhaupt nicht zu bewerben. Seit einigen Jahren setzt die IBU voraus, dass die Stadien der Bewerber WM-tauglich, die Baumaßnahmen zumindest angelaufen sind. Und die Bewerber stehen Schlange.

Zahlreiche Biathlon-Ausrichter sind mit ihren Anlagen an der Oberhofer Arena vorbeigezogen. Oberhof wird sogar als ständiger Weltcuport infrage gestellt. Notwendig sind Veränderungen des Loipen-Netzes und der unterirdischen Laufwege im Stadion sowie die Vergrößerung des Hauptgebäudes und der Örtlichkeiten für Wachstrucks und TV-Technik.

Bis 2018 steht der Weltcup am Rennsteig im IBU-Kalender. Sollten nicht spätestens 2017 die Anforderungen des Weltverbands erfüllt werden, droht Oberhof sogar der Rauswurf aus der „Champions League“. Taubert betonte aber „ein bedeutsames Thüringer Interesse am Weltcup, auch als Aushängeschild für den Tourismus“.

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