Wintersport Doping
Neue Doping-Vorwürfe gegen ÖSV-Wintersportler

Der angebliche Doping-Skandal des österreichischen Teams bei den Winterspielen in Turin schlägt weiter hohe Wellen. Die italienische Staatsanwaltschaft hat neue Vorwürfe ans Tageslicht gebracht, die der ÖSV dementiert.

Das bei den Winterspielen in Turin unter Dopingverdacht geratene österreichische Team steht erneut im Blickpunkt. Die italienische Staatsanwaltschaft hat neue Doping-Vorwürfe gegen die Mannschaft aus der Alpen-Republik erhoben. Laut Staatsanwalt Ciro Santoriello seien bei der Razzia mehrere Behälter mit Blut mit insgesamt drei bis vier Litern Inhalt sichergestellt worden. Das könnte den Vorwurf von verbotenen Bluttransfusionen erhärten. Der österreichische Skiverband (ÖSV) dementierte alle Anschuldigungen vehement.

"Österreich ist ein kleines Land, ein dankbares Opfer"

"Aus welchem Haus wurden vier Liter Blut getragen, warum hat das niemand gesehen? Wir haben doch keine Orgien gefeiert, kein Tier geschlachtet", sagte ÖSV-Sportdirektor Markus Gandler der Zeitung "Die Presse": "Österreich ist ein kleines Land, ein dankbares Opfer. Aber wir betreiben weder Doping noch organisiertes Blutdoping." Alle Vorwürfe seien haltlos, für sie gäbe es bislang "nicht einen einzigen Beweis". Das beträfe auch die Beobachtung einer Frau, die den im Zentrum des Skandals stehenden Trainer Walter Mayer vor Olympia beim angeblichen Kauf einen Bluttransfusionsgeräts in einer Apotheke in Südtirol beobachtet haben will.

Neue Unterlagen, nach dem der ÖSV während der Winterspiele das Appartment für den wegen der Blutbeutel-Affäre von 2002 eigentlich bis Olympia 2010 gesperrten Mayer gebucht, ihn eingekleidet und ständig Kontakt zu ihm gehalten habe, sollen das Team Österreich aber weiter belasten. Staatsanwalt Santoriello hatte zudem erklärt, dass man bei den Durchsuchungen in österreichischen Quartieren bei den Winterspielen viele interessante Sachen gefunden habe.

"Starker Verdacht von Bluttransfusionen

"Diese Blutkonserven gefunden zu haben, ist von kapitaler Bedeutung. Es besteht ein starker Verdacht von Bluttransfusionen, die bei diesen österreichischen Sportlern durchgeführt wurden", sagte Santoriello in der französischen Zeitung L´Equipe. Das sichergestellte Blut wird jetzt mit den während Olympia genommenen Proben von zehn österreichischen Langläufern und Biathleten verglichen.

Bei Übereinstimmungen könnte eine Sperre wegen Eigenblutdopings ausgesprochen werden, ansonsten könnten die Athleten wegen Fremdblutmanipulationen bestraft werden. Zudem kündigte Santoriello laut Süddeutscher Zeitung den Beginn des Gerichtsprozesses in sechs bis sieben Monaten an. Das Belastungsmaterial mit Blutbeuteln, Medikamenten und Spritzen sei beeindruckend.

Der nach seiner Flucht von den Winterspielen in die Psychiatrie eingelieferte Mayer hatte kürzlich Klage gegen Jacques Rogge und Richard Pound eingereicht. Der Österreicher wirft den Chefs des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) und der Welt-Anti-Doping-Agentur (Wada) Ehrbeleidigung und üble Nachrede vor. Rogge soll Mayer im Zusammenhang mit der Razzia der italienischen Behörden bei den Winterspielen von Turin als den Mann bezeichnet haben, der Doping organisiert.

© SID

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