Wintersport Langlauf
Tour de Ski: Herrmann und Teichmann starten stark

Die deutschen Skilangläufer müssen weiter auf den ersten Podestplatz des WM-Winters warten. Axel Teichmann landete auf Rang 13. Denise Herrmann wurde im Prolog Siebte.

Versöhnlicher Jahresabschluss für die deutschen Skilangläufer: Denise Herrmann hat beim Prolog zur Tour de Ski in Oberhof als Siebte ebenso für einen Achtungserfolg der Gastgeber gesorgt wie Lokalmatador Axel Teichmann. Der Ex-Weltmeister startete als guter 13. in die zehntägige "Tor-Tour", verpasste aber den erhofften Sprung aufs Treppchen.

Die Schlagzeilen gehörten zum Auftakt aber der erst 22-jährigen Herrmann. Die Oberwiesenthalerin war auf der 2,8 km langen Freistil-Strecke nur 8,7 Sekunden langsamer als Siegerin Justyna Kowalczyk (Polen) und löste damit tig das WM-Ticket. "Ich bin überglücklich, dass es geklappt hat", sagte die Zweite der U23-WM nach ihrem bislang besten Weltcup-Resultat.

Damit kann Herrmann als vierte Deutsche für die Titelkämpfe in Oslo (23. Februar bis 6. März) planen. "Das war eines meiner großen Ziele. Ich hatte heute allerdings auch Glück, da der Schneefall die Läuferinnen hinter mir etwas gebremst hat", sagte die Newcomerin, die in den kommenden Tagen angreifen will: "Mal schauen, was noch möglich ist." Titelverteidigerin Kowalczyk hat in der Gesamtwertung dank gewonnener Bonussekunden aber schon 23,7 Sekunden Vorsprung.

Steffi Böhler (Ibach) und Hanna Kolb (Buchenberg) rundeten als 13. und 26. das gute deutsche Ergebnis ab. Die deutsche Sprint-Meisterin Lucia Anger (Oberstdorf) kam als 33. ins Ziel. "Unter dem Strich bin ich mit der Mannschaftsleistung zufrieden", sagte Bundestrainer Jochen Behle: "Besonders das Resultat von Denise hat mich gefreut. Sie hat einige große Hausnummern geschlagen." Vor dem Start hatte Behle noch einen Rückschlag hinnehmen müssen: Teamsprint-Olympiasiegerin Sachenbacher-Stehle, die bisher nicht die WM-Norm erfüllt hat, sagte ihre Tour-Teilnahme wegen erhöhter Temperatur ab.

Aufwärtstrend bei den Männern

Einen Aufwärtstrend zeigten derweil die Männer. Hinter Teichmann, der vergangenes Jahr in seiner Wahlheimat Dritter geworden war, lief Tom Reichelt (Oberwiesenthal) als 21. zu seinem besten Saisonergebnis. Einen Fehlstart erwischte dagegen Tobias Angerer. Der Bayer aus Vachendorf landete bei seiner Weltcup-Rückkehr nach langer Auszeit nur auf Rang 59. Nicht viel besser erging es Franz Göring (Zella-Mehlis) und Andreas Katz (Baiersbronn), die auf den Rängen 44 und 47 ins Ziel kamen. "Mit Axel bin ich sehr zufrieden. Nach der langen Pause kann man nicht mehr erwarten", sagt Behle, der taktische Fehler eingestand: "Die anderen sind alle zu schnell angegangen. Das hat sich am Ende leider gerächt." Das Rote Trikot des Führenden eroberte der Schwede Marcus Hellner vor dem Russen Alexej Petuchow und Doppel-Olympiasieger Petter Northug (Norwegen).

Für Negativ-Schlagzeilen sorgt derweil Petuchows Landsmann Maxim Wylegschanin, der vor dem Start ausgeschlossen wurde. Wie der norwegische Rundfunksender NRK unter Berufung auf FIS-Renndirektor Jürg Capol berichtete, hat der WM-Zweite über 50km bei einem Test im Vorfeld überhöhte Blutwerte aufgewiesen. Aus demselben Grund wurden der einmal im Weltcup erfolgreiche Slowake Martin Bajcicak und zwei Esten aus dem Verkehr gezogen. Alle vier Athleten werden zunächst für fünf Tage gesperrt.

Vor den Jagdrennen an Neujahr (11.50 Uhr Frauen/12.45 Uhr Männer) stieß das deutsche Team am Abend noch einmal auf die vergangenen zwölf Monate an. Für den Silvesterabend hatte der "Bundes-Behle" einen großen Tisch im Waldgasthof Schanzenbaude reserviert. "Ich überlasse es jedem selbst, wann er ins Bett geht", sagte der Bundestrainer, der bei den Getränken ein Auge zudrückte: "Ein Gläschen Sekt ist natürlich erlaubt."

© SID

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