Wintersport National
Ex-Weltmeisterin Epple wird 50

Maria Epple, 1978 Weltmeisterin im Riesenslalom, feiert heute ihren 50. Geburtstag. Ihren Ehrentag begeht sie im Skiurlaub in Südtirol.

Maria Epple geht gerne zur Arbeit. Die gelernte Fachkosmetikerin ist in der Wellness-Branche tätig, "das macht mir Spaß", sagt sie. Doch am 12. Februar "hatte ich keine große Lust und musste mich echt überwinden". Vor vier Wochen fand bei der WM das Rennen in Epples früherer Spezialdisziplin Riesenslalom statt. "Das hätte ich gerne gesehen", sagt die ehemalige Ski-Rennläuferin, die am 11. März 50 Jahre alt wird. Doch Epple musste arbeiten - und verpasste so, wie Kathrin Hölzl in ihre Fußstapfen trat.

Hölzl gewann als erste Deutsche seit Maria Epple 1978 bei der Heim-WM in Garmisch-Partenkirchen Gold im Riesenslalom, "aber ich hab" das erst später mitbekommen", sagt Epple. Nach der Arbeit hat sie sich das Rennen dann in einer Wiederholung angesehen "und noch einmal richtig mitgefiebert". Klar, dass sie gleich bei ihrer Nachfolgerin anrief und Katy Hölzl gratulierte.

Ohnehin ist Maria Epple noch sehr nahe dran am Skisport. Ihr Mann Florian Beck, früher selbst als Slalomfahrer im Weltcup aktiv, leitet für den Deutschen Skiverband das Trainingscenter Allgäu in Oberjoch und ist Renndirektor beim Weltcup in Ofterschwang. Klar, dass "Marile" Epple am vergangenen Wochenende dabei war, als Maria Riesch am Ofterschwanger Horn den Slalom-Weltcup gewann.

Ausnahmezustand im Winter

"Im Winter herrscht bei uns Ausnahmezustand", sagt sie über das Familienleben mit Florian und den Kindern Konstantin (18) und Florentina (20). "Vor allem mein Mann hat da immer viel zu tun", ergänzt sie - deshalb hat sie den Gatten anlässlich ihres 50. auch zur Erholung für drei Tage nach Bruneck gebeten. "Wir haben nie zusammen Skiurlaub gemacht. Unglaublich, oder? Es war immer mein Traum, in den Dolomiten Ski zu fahren", sagt Epple. Gefeiert wird auch in Südtirol, und zwar "im ganz kleinen Kreis".

Hektischer ging es in Epples Karriere zu. "Durch die Siege von Rosi Mittermaier 1976 bei den Olympischen Spielen in Innsbruck war die Skibegeisterung wahnsinnig groß und der Rummel vergleichbar mit heute", erzählt sie. Epple schwamm auf dieser Welle mit und wurde mit 18 Weltmeisterin, ohne zuvor ein Rennen im Weltcup gewonnen zu haben - wie Kathrin Hölzl.

Neben dem WM-Triumph nennt sie den ersten und letzten ihrer fünf Weltcup-Erfolge "meine schönsten Siege". 1981 in Zwiesel kam sie nach einer schweren Verletzung ("Innenband, Kreuzband, Kapsel, Meniskus - alles kaputt") zurück, 1985 in Arosa "gewann ich mit 25. Für damalige Verhältnisse war das alt". Außerdem waren zuvor die Kippstangen eingeführt worden. "Das hat die Technik verändert", sagt Epple, ihr einziger Slalomsieg ist umso höher einzuschätzen.

"Verstehen uns unheimlich gut"

Ihre ältere Schwester Irene hat nie einen Slalom gewonnen, war aber insgesamt elfmal im Weltcup erfolgreich, gewann 1978 WM-Silber in der Abfahrt und 1980 in den USA Olympia-Silber im Riesenslalom. Das Verhältnis der beiden galt immer als schwierig, "weil wir zwei ganz unterschiedliche Charaktere sind. Da ging es um Kleinigkeiten, die im Hochleistungssport aber eine große Rolle spielen". Dennoch "verstehen wir uns unheimlich gut", sagt Maria Epple.

Maria wurde 1978, Irene 1980 "Sportlerin des Jahres", beide bekamen das silberne Lorbeerblatt verliehen. "Diese Dinge gewinnen immer mehr an Wert, je länger sie zurückliegen", sagt Maria Epple.



© SID

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