Wintersport Olympia
"Adlerinnen" haken Vancouver noch nicht ab

Die Skispringerinnen wollen nach dem abschlägigen Urteil des Obersten Gerichts von British Columbia bezüglich ihrer erstmaligen Olympia-Teilnahme Einspruch einlegen,

Die fliegenden Frauen kämpfen weiter für ihren olympischen Traum und wollen die Aufnahme ins Programm von Vancouver 2010 erneut vor Gericht erzwingen. Nur vier Tage nach der Absage des Obersten Gerichts von British Columbia in Kanada kündigte die Gruppe, zu der auch Vizeweltmeisterin Ulrike Gräßler und Jenna Mohr aus Deutschland gehören, einen Einspruch gegen das Urteil ein.

"Die Hoffnung stirbt zuletzt. Ich finde es gut, dass wir uns nicht kampflos geschlagen geben. Bis Olympia im Februar ist ja noch viel Zeit", sagte Gräßler dem Sport-Informations-Dienst (SID). Mohr verriet, dass nach dem ersten Gerichtsentscheid zwei Tage Trauer im Team geherrscht hätten: "Aber keine will aufhören. Wir wollen nur Gleichberechtigung mit den Männern."

Nach der ersten Weltmeisterschaft im Februar in Liberec hatten die deutschen Fliegerinnen am Donnerstag mit ihre Premierenteilnahme bei den deutschen nordischen Ski-Meisterschaften der Männer in Garmisch-Partenkirchen einen weiteren Meilenstein erreicht.

Ulrike Gräßler gewann überlegen, konnte sich aber nicht so recht freuen: "Natürlich ist das ein Zeichen der Anererkennung, dass wir hier erstmals mitspringen können. Aber der deutsche Meistertitel kann nicht wirklich über die Olympia-Ablehnung hinwegtrösten." Deshalb war es am Morgen nach dem Titelgewinn für sie und ihre Kolleginnen eine "sehr gute Nachricht", dass der kleine Hoffnungsschimmer durch den erneuten Gang vor Gericht weiter glimmt.

"Keine Veranstaltung, die Diskriminierung beinhaltet"

Der Einspruch vor dem Berufungsgericht stützt sich auf das Argument, dass Olympia in Vancouver nicht die kanadische "Charter of Rights and Freedoms" verletzen dürfe. "Es kann keine Veranstaltung auf kanadischem Boden geben, die Diskriminierung beinhaltet", sagte Staranwalt Ross Clark. Gräßler bezeichnet den Rechtsvertreter der Gruppe als "einen der besten Anwälte der Welt".

Deedee Corradini, Präsidentin des Frauen-Skisprung-Teams in den USA, glaubt, dass "eine Gerichtsentscheidung bis September den Olympia-Organisatoren immer noch genug Zeit lässt, um das Frauen-Skispringen von Vancouver zu planen und auszurichten". Die Winterspiele finden vom 12. bis 28. Februar 2010 statt.

Das Internationale Olympische Komitee (IOC) hatte Frauen-Skispringen nicht aufgenommen, weil es zu wenig Athletinnen in dieser Sportart gebe. Zugleich wurde der Vorwurf der Springerinnen zurückgewiesen, hinter dieser ablehnenden Haltung stecke Sexismus. Im ersten Gerichtsentscheid in Kanada hatte die Richterin klargestellt, dass das IOC die alleinige Hoheit bei der Gestaltung des Olympiaprogramms habe.

Trotzdem glaubt die kampfbereite Gruppe der fliegenden Frauen um Weltmeisterin Lindsey Van ("Wir haben ein Recht, bei den Spielen dabei zu sein") weiter an ihre Chance. Die beiden deutschen Klägerinnen Mohr und Gräßler kostet der erneute Gang vor Gericht übrigens kein Geld, das Finanzielle wird komplett aus Übersee übernommen.

"Wir haben mit dieser Klage schon jetzt ein Ausrufezeichen gesetzt. Vielleicht gibt es in Vancouver zumindest einen Demonstrationswettbewerb, und auf jeden Fall wollen wir spätestens in Sotschi 2014 bei Olympia dabei sein", sagt Mohr. Der Ski-Weltverband FIS hat bereits einen entsprechenden Antrag beim IOC angekündigt.

© SID

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