Wintersport Olympia
Spitzengruppe rückt Richtung Vancouver zusammen

Deutschlands Wintersportler gehören weiter zu den besten der Welt und haben wenig von ihrer Stärke eingebüßt. Platz Eins im Medaillenspiegel von Vancouver 2010 ist aber in Gefahr.

Deutschlands Wintersportler haben im Jahr vor Olympia in Vancouver nur wenig von ihrer Stärke eingebüßt. Dennoch scheint ein weiteres Wintermärchen mit Rang eins im Medaillenspiegel 2010 in Kanada in Gefahr. Im vorolympischen Winter haben vor allem die USA und Norwegen stark aufgeholt, was jeweils elf WM-Titel in olympischen Wettbewerben dokumentieren. Deutschlands Wintersportler gewannen wie der künftige Olympia-Gastgeber Kanada und Österreich je achtmal WM-Gold in den 2010 in Vancouver auf dem Programm stehenden Disziplinen.

Das sieht auch Thomas Bach so. "Die Spitzengruppe ist enger zusammengerückt. Ein Platz unter den ersten Drei wäre ein Erfolg, aber wir wollen natürlich Platz eins von Turin verteidigen", sagt der Präsident des Deutschen Olympischen Sport-Bundes (Dosb). Bach hofft, dass im Frühling noch ein neunter WM-Titel hinzu kommt, denn bei der Eiskunstlauf-WM Ende März in Los Angeles sind Aljona Savchenko und Robin Szolkowy aus Chemnitz aussichtsreiche Titelverteidiger im Paarlauf.

Bei den Weltmeisterschaften im vorolympischen Jahr haben die deutschen Wintersportler in Vancouver-Wettbewerben neben achtmal Gold (2006 in Turin elf Olympiasiege) 15 Mal Silber (12) und dreimal Bronze (6) geholt. Das waren insgesamt 26 Medaillen (29).

Aus dem Kreis der Konkurrenz machten die Norweger nach ihrem Turin-Tief (2 Siege) mit ihren elf WM-Titeln den größten Sprung nach vorn und profitierten dabei von ihrem Goldrausch im Langlauf (5) und Biathlon (4). Die USA (von neun auf 11) siegten in so vielen Sportarten (7) wie keine andere Nation.

Kanada, das als einziges Land der Welt als zweimaliger Olympia-Gastgeber (1976 Montreal und 1988 Calgary) noch nie Gold bei "Heimspielen" gewann, wird diese Serie 2010 mit großer Wahrscheinlichkeit beenden. Dafür sprechen nach den sieben Siegen von Turin nun acht Erfolge im WM-Winter. Auch Österreich hat eine ähnlich starke Bilanz (von neun auf 8).

Große Verlierer im Vergleich zu 2006 waren Russland, das nur zwei Biathlon-Weltmeister stellte (von acht auf 2), und Schweden (von sieben auf 1), das ebenfalls nur im Biathlon erfolgreich war.

China, das 2008 in Peking erstmals bei Sommerspielen dominierte, machte nach zwei Siegen in Turin mit fünf WM-Titeln in den neueren olympischen Wettbewerben (dreimal Shorttrack, je einmal Freestyle und Snowboard) weitere Fortschritte deutlich.

Die deutsche Bilanz fällt vor allem deshalb schwächer aus, weil es nach den herausragenden Erfolgen 2006 im Biathlon (5 Gold, vier Silber, zwei Bronze) diesmal fast zwangsläufig eine schwächere Bilanz (2-4-1) beim Doppelsieg von Kati Wilhelm (Zella Mehlis) gab. Dagegen folgten drei Bob-Goldmedaillen von 2006 diesmal nur zwei silberne.

Aufsteiger waren 2009 die in Turin medaillenlosen Alpinen mit zweimal WM-Gold durch Maria Riesch (Partenkirchen) im Slalom und Kathrin Hölzl (Bischofswiesen) im Riesenlalom. Mit Abstrichen folgten die Eisschnellläuferinnen, die nach ihrer schwachen Bilanz von 2006 (1-1-1) diesmal in Anni Friesinger und Jenny Wolf zwei "Golden Girls" stellten. Deutsche WM-Siege gab es ansonsten nur noch im Rodeln durch Felix Loch (Berchtesgaden) und Skeleton durch Marion Trott (Oberhof).

© SID

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