Wintersport Weltcup: Gerg bei Kostelic-Sieg überzeugend

Wintersport Weltcup
Gerg bei Kostelic-Sieg überzeugend

Mit einem sensationellen zweiten Lauf sicherte sich die kroatische Ausnahme-Fahrerin Janica Kostelic beim Weltcup-Slalom in Ofterschwang den Sieg. Annemarie Gerg überzeugte als Fünfte, Fanny Chmelar überraschte.

Unmittelbar vor der Abreise zu den Olympischen Winterspielen hat Annemarie Gerg den zuletzt arg gebeutelten deutschen Ski-Rennläuferinnen einen Motivationsschub verpasst. Beim letzten Weltcup-Slalom vor Turin zeigte die Lenggrieserin ansteigende Form und belegte einen guten fünften Rang (1:44,11 Minuten). Überzeugen konnte auch Nachwuchsläuferin Fanny Chmelar (Partenkirchen), die mit der hohen Startnummer 51 auf Rang 16 (1:45,43) fuhr.

Die 30-Jährige machte damit die meist schwachen Riesenslalom-Leistungen des DSV an gleicher Stelle vergessen, ihren Trainer jedoch nicht glücklich. "Von ihr war es eine ausgezeichnete Leistung, aber insgesamt ist uns die Generalprobe nicht gelungen", sagte Cheftrainer Wolfgang Maier.

Souveräner Kostelic-Erfolg

Überlegene Siegerin am Ofterschwanger Horn war die zunächst drittplatzierte Kroatin Janica Kostelic (1:42,22), die dank eines sensationellen zweiten Laufs mit 1,33 Sekunden Vorsprung vor der Österreicherin Kathrin Zettel (1:43,55) gewann und ihre Führung im Gesamtweltcup weiter ausbaute. Dritte wurde in Marlies Schild eine weitere Österreicherin (1:43,67). Die zunächst in Führung liegende Schwedin Anja Pärson schied aus.

Während Martina Ertl-Renz (Lenggries) bereits im ersten Lauf scheiterte, holten zwei weitere deutsche Läuferinnen Weltcup-Punkte: Monika Bergmann-Schmuderer (Lam) belegte Rang 23, Kathrin Hölzl (Bischofswiesen) Rang 25. Susanne Riesch (Partenkirchen), jüngere Schwester der verletzten Maria Riesch, hatte als 32. den zweiten Durchgang knapp verpasst.

Zudem gab der Nachwuchs Anlass zur Hoffnung: Fanny Chmelar (Partenkirchen) fuhr als 16. beim Slalom ihr bestes Weltcup-Ergebnis ein. Kathrin Hölzl (Bischofswiesen) war am Samstag beim zeitgleichen Doppel-Sieg der Schwedin Pärson und von Maria Jose Rienda Contreras aus Spanien beim Riesentorlauf als 12. beste Deutsche.

Maier lobt "gute Perspektiven"

"Das zeigt, dass wir gute Perspektiven haben", sagte Maier mit dem Blick auf die fernere Zukunft. In Turin werden Chmelar und Hölzl aufgrund der fehlenden Olympia-Norm jedoch nicht dabei sein. "Das Nationale Olympische Komitee wird keine Ausnahme machen", sagte Maier.

Dem Coach fehlen in den Verletzten Maria Riesch und Hilde Gerg die besten Speed-Fahrerinnen, Anja Blieninger musste nach einem schweren Sturz am Freitag ebenso passen. Mit den vier verbliebenen Starterinnen Annemarie Gerg, Monika Bergmann-Schmuderer, Martina Ertl-Renz und Petra Haltmayr ist das Damen-Team so klein wie seit 1972 in Sapporo nicht mehr. "Ich fahre mit durchwachsenen Gefühlen nach Turin", sagte Maier: "Der Slalom ist die effektivste Disziplin, aber realistisch gesehen, wird auch da eine Medaille sehr schwierig."

Dennoch ruhen die größten Erwartungen auf Annemarie Gerg. "Der erste Lauf ist voll abgegangen, im zweiten habe ich den unteren Teil versaut. Aber ich bin sehr zufrieden", sagte sie nach ihrem dritten Top-5-Resultat der Saison: "Das gibt Hoffnung." Wenn alles passt, dann ist für Gerg bei den Spielen Rang drei möglich. "Kostelic und Pärson sind aber unschlagbar", meinte Maier.

© SID

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%