Wintersport Weltcup
Wintersportler haben nur ein Ziel: Gold in Turin

Wenn die Biathleten und Kombinierer heute in die Saison starten, haben sie schon die "Operation Gold" im Hinterkopf. Für die Olympischen Spiele in Turin fordert DSV-Sportdirektor Thomas Pfüller insgesamt 15 Medaillen.

Auch wenn die meisten deutschen Wintersportler am Wochenende in die Saison starten, hält sich die Erwartungshaltung in Grenzen. Noch. Denn egal ob Langlauf oder Skispringen, Nordische Kombination oder Biathlon - der Trainingsaufbau ist einzig der "Operation Gold" untergeordnet. "Wir wollen bei den Olympischen Spielen in Turin 15 Medaillen erkämpfen", nennt Sportdirektor Thomas Pfüller gewohnt direkt das Ziel des Deutschen Skiverbandes (DSV).

Vor allem die Doppel-Weltmeister Uschi Disl und Ronny Ackermann starten am Wochenende beim Weltcup-Auftakt der Biathleten in Östersund (26. bis 29. November) sowie der Nordischen Skisportler in Kuusamo (25. bis 27. November) als Favoriten in den Olympia-Winter.

Wenig Schneesprünge mangels Kälte

"Unsere Vorbereitung war nicht optimal. Ich rechne nicht damit, dass wir gleich in Kuusamo auf dem Treppchen stehen", sagt Kombinierer-Bundestrainer Hermann Weinbuch skeptisch. Die Anzahl der Schneesprünge war mangels Kälte ebenso wie bei den Skispringern viel zu gering - nur 20 statt üblicherweise 80.

Frontmann Ronny Ackermann plagte sich lange mit den Folgen eines beim Fußball spielen im Sommer erlittenen zweifachen Bänderrisses im linken Sprunggelenk und hat auch deshalb Probleme im Sprungbereich, weil er sein neues Material (Sprungschuh, Ski) noch nicht optimal abstimmen konnte. Insgesamt rütteln zur Freude des Trainers "einige Athleten aus unserer Mannschaft kräftig an Ronnys Thron. Und bis Olympia werden wir wieder in Siegform sein."

Hoffnungen ruhen auf Uhrmann

Einen Siegspringer können die Schanzenpiloten seit dem Abgang von Sven Hannawald und der Dauer-Formkrise von Martin Schmitt nicht mehr vorweisen. Die von Pfüller in Turin geforderten zwei Medaillen "können wir schaffen", meint Bundestrainer Peter Rohwein trotzdem und vertraut vor allem Michael Uhrmann, dem in der Vorbereitung deutlich Besten im Team.

Insgesamt ist bei den Skispringern aufgrund permanenter Regeländerungen (Anzug, Skilänge) Chancengleichheit hergestellt, deshalb ist auch mit knappen Entscheidungen zu rechnen. "Wir wollen von Anfang an präsent sein, können aber ebenso schnell mal auf dem Siegerpodest wie auf dem 15. Platz landen", meint Rohwein.

Disl will sich endlich im Wettkampf messen

Die "großen Drei" der deutschen Biathleten - Ricco Groß, Sven Fischer und Michael Greis - schauen derweil in den Alpen am TV zu, wenn die Skijäger die ersten Weltcup-Prämien verteilen. "Wir ziehen eine zusätzliche Trainingswoche in mittlerer Höhe dem frühen Saisonstart vor", begründet Frank Ullrich als verantwortlicher Coach das ungewöhnliche Versteckspiel. Die Damen dagegen stellen sich komplett der Konkurrenz. "Ich habe jetzt wochenlang am Polarkreis in der Dunkelheit trainiert. Ich will endlich sehen, was das wert war", meint "Evergreen" Uschi Disl. Sie will sich als 35-Jährige bei ihrem fünften Olympia-Start endlich den Traum vom ersten Gold als Solistin erfüllen.

"Wir wollen entscheidend dazu beitragen, das der deutsche Wintersport in Turin seine internationale Spitzenstellung erfolgreich verteidigt", verkündet der im Sommer zum DSV-Präsidenten gewählte Unternehmer Alfons Hörmann. Der von ihm geführte Verband würde in diesem Fall seine Position bei den im Frühjahr beginnenden Verhandlungen über einen neuen TV-Vertrag stärken - der 75 Mill. Euro schwere Fünf-Jahres-Kontrakt mit RTL läuft im November 2007 aus.

Im zurückliegenden Winter wurden bei der Nordischen Heim-WM in Oberstdorf sieben (zweimal Gold von Ackermann und fünfmal Silber) und bei der Biathlon-WM in Hochfilzen neun Medaillen (zweimal Gold von Disl, einmal von Andrea Henkel sowie viermal Silber und zweimal Bronze) gezählt. Der jüngste Staffelsieg der Langläufer um Weltcup-Titelverteidiger Axel Teichmann in Beitostölen signalisierte der internationalen Konkurrenz schon einmal die aktuelle Stärke der deutschen Schneekönige.

© SID

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