Wintersport Weltcup
WM-Winter im Zeichen der olympischen Ringe

Heute starten die nordischen Skisportler in Kuusamo (Finnland) in die Weltcup-Saison. Besonders im Hinblick auf Münchens Bemühungen um Olympia 2018 ist der Winter enorm wichtig.

Der Prämientopf ist mit einer halben Million Euro reichlich gefüllt, ein neuer TV-Vertrag steht in Aussicht, und die WM in Oslo wirft ihre Schatten voraus: Die nordischen Ski-Stars starten heute beim traditionellen Nordic Opening in Kuusamo in die Weltcup-Saison. Zwar ist die WM im Mekka des Sports Ende Februar schon jetzt in aller Munde, der Winter steht aus deutscher Sicht jedoch auch im Zeichen der olympischen Ringe.

"Die Saison hat mit Blick auf die Olympiabewerbung Münchens einen überragenden Stellenwert", sagte Sportdirektor Thomas Pfüller dem SID. Im Juli 2011 entscheidet die Vollversammlung des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) über die Vergabe der Spiele 2018. Frische deutsche Erfolge dürften Münchens Chancen dabei nicht schmälern.

Außerdem verhandelt der Deutsche Skiverband (DSV) derzeit mit den öffentlich-rechtlichen TV-Anstalten über eine Verlängerung des Vertrages über 2011 hinaus. Laut Pfüller sei man auf einem guten Weg, bis zum Jahresende wolle man die Verhandlungen abschließen. Bisher spült die TV-Vermarktung gut zehn Mill. Euro pro Jahr in die Kassen des DSV, etwa sechs Mill. kommen von ARD und ZDF.

Finanziell hat der Verband nach turbulenten Zeiten zur Mitte des Jahrzehnts wieder ruhiges Fahrwasser erreicht, zumal auch diverse Partner die Zusammenarbeit verlängert haben. "Wir stellen unseren Spitzenathleten das zur Verfügung, was in der Weltspitze nötig ist", sagte Pfüller. Zusätzlich wird mit satten Prämien gelockt. Allein für WM-Gold in Oslo gibt es 25 000 Euro.

In Kuusamo wohl keine deutschen Siege

Beim Weltcup-Auftakt im finnischen "Kühlhaus" Kuusamo wird Pfüller wohl noch keine deutschen Siege erleben, allerdings stehen die Chancen auf den einen oder anderen Podestplatz recht gut. Große Hoffnungen ruhen im Teamwettbewerb der Skispringer auf den deutschen Adlern. "Es ragt zwar noch keiner heraus, aber die Mannschaft ist sehr kompakt, und jeder springt ein ähnliches Niveau", sagte Bundestrainer Werner Schuster.

Allerdings sei die Konkurrenzsituation in der Weltspitze dichter geworden. "Die Finnen haben sich wieder gefangen, und auch die Polen sind enorm stark", sagte Schuster. Hinter Österreich kämpfen mindestens vier Nationen um die Podestplätze. Von denen ist man laut Schuster im Einzel noch etwas entfernt: "Wenn wir da ein oder zwei Springer in die Top zehn bringen, wäre das schon gut."

Die Kombinierer gehen ohne Leitwolf Ronny Ackermann in die Saison, Björn Kircheisen hat wegen seiner Ausbildung bei der Bundespolizei noch Trainingsrückstand. Der Erfolgsdruck lastet somit fast allein auf den Schultern von Vizeweltmeister Tino Edelmann, der das jedoch gelassen nimmt. "Wir haben eine gute Generalprobe abgeliefert, das will ich in Kuusamo wiederholen. Ziel ist ein Platz unter den besten Fünf", sagte der 25-Jährige aus Zella-Mehlis.

Königsdisziplin wird reduziert

Seine Sportart steht allerdings am Scheideweg. Die einstige Königsdisziplin wurde auf nur 14 Weltcup-Wettkämpfe reduziert. Drei Ausrichter zogen sich aus finanziellen Gründen zurück. Vor der WM haben Edelmann und Co. sogar eine Wettkampfpause von fünf Wochen.

Die Langläufer können sich über zu wenige Wettbewerbe hingegen nicht beschweren. Tobias Angerer hatten im schwedischen Gällivare bereits einen eher mäßig erfolgreichen Saisoneinstand. Bundestrainer Jochen Behle macht angesichts der langen Saison wenig Hoffnung auf Besserung. "Wir werden auch Kuusamo nutzen, um den Wettkampf-Rhythmus aufzunehmen", sagte der 50-Jährige.

Die größten Sorgen bereitet allen nordischen Athleten derzeit ohnehin das Wetter und dessen Auswirkungen auf das Material. Am Wochenende soll das Quecksilber in Kuusamo auf bis zu minus 25 Grad fallen.

© SID

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