Wintersport WM
Ackermann und Co. wollen Wetterchaos trotzen

Goldmedaillen und Wetterchaos: Das sind derzeit die Themen im deutschen Team vor dem Beginn der Nordischen Ski-WM in Sapporo (Japan). Bei der Ankunft lief für Ronny Ackermann und Co. noch lange nicht alles optimal.

Die Ankunft der deutschen Starter bei der Nordischen Ski-WM in Sapporo (Japan) hat sich gleich als Geduldsprobe erwiesen: Schneetreiben, vereiste Straßen, kein Gepäck. "Auch für die kommenden Tage ist Schneefall vorhergesagt. Das kann eine schöne Wetterlotterie werden", meinte Hermann Weinbuch mit Blick auf die am Donnerstag beginnenden Titelkämpfe mit ernster Miene.

Der Kombinierer-Bundestrainer schimpfte wegen Problemen bei der Beschaffung einer Trainingshalle über die schwerfälligen Organisatoren, die deutschen Langläufer mussten auf die auf dem Weg vom Weltcup im chinesischen Changchun verschollenen Ski warten. Auf den verschneiten Straßen der Zwei-Millionen-Stadt in Japan ging es nur im Schrittempo vorwärts - an den hohen Zielen des mitten in der City im riesigen Prince Hotel abgestiegenen deutschen Teams bei der ersten WM in Fernost können all die kleinen Probleme jedoch nichts ändern.

Die größten Titelanwärter auf der japanischen Insel Hokkaido sind der doppelte Titelverteidiger Ronny Ackermann in der Kombination und Skilangläufer Tobias Angerer - die einstmals erfolgsverwöhnten Skispringer haben in Michael Uhrmann nur einen echten Medaillenkandidaten. Für Gold gibt es vom Deutschen Skiverband (DSV) 25 000 Euro Prämie.

Auftakt in der Halle

Eine besondere Motivation ist für alle der historische WM-Auftakt im Sapporo Dome, wo 2002 bei der Fußball-WM Deutschland mit 8:0 gegen Saudi Arabien triumphierte. Erstmals finden damit WM-Entscheidungen unter dem Dach statt. Jeweils bis zu 40 000 Fans werden die Sprint-Entscheidungen im Langlauf und der Kombination erleben. Sonst spielen in dem futuristischen Bau die Hokkaido Nippon-Ham Fighters Baseball.

"Die ersten Entscheidungen in der Halle werden ein riesiges Interesse in Japan und der Welt auslösen", sagt Sarah Lewis als Generalsekretärin des Internationalen Skiverbandes FIS: "Die WM von Oberstdorf ist das Vorbild." Vor zwei Jahren gewann das deutsche Team in der Marktgemeinde zweimal Gold dank Ackermann und fünfmal Silber, diesmal sollen in der Stadt mit den weiten Wegen und chaotischen Wetterbedingungen besonders die Skilangläufer Medaillen hamstern.

Angerer in der Favoritenrolle

Passend dazu gewann der überlegene Gesamtweltcup-Spitzenreiter Tobias Angerer die WM-Generalprobe im chinesischen Changchun. "Natürlich bin ich einer der Goldfavoriten bei der WM", sagt Angerer. Die langersehnte erste WM-Goldmedaille in der Staffel seit 33 Jahren - damals gab es in Falun mit fünfmal Gold und sechsmal Silber des DDR-Teams das beste Resultat der Geschichte - ist das größte Ziel. Insgesamt erhofft sich Bundestrainer Jochen Behle vor allem von seinen starken Männern bis zu fünf Medaillen, wobei die ersten beim Teamsprint am Freitag "fallen" sollen.

Dann wollen auch die in den letzten Jahren zu Goldgaranten gereiften Kombinierer im "Hallen-Sprint" den ersten von mindestens zwei Medaillen holen. Björn Kircheisen feierte beim letzten Weltcup vor der WM den ersten deutschen Sieg seit elf Monaten. Besonders heiß ist Ackermann, der König der letzten WM in Oberstdorf: "Ich mag zwar kein Sushi, aber ich mag Sapporo. Es ist Blödsinn, dass ich beide Titel erfolgreichen verteidigen will, aber ich will aufs Podest."

Das gilt auch für den bei der WM-Generalprobe auf Platz zwei geflogenen Skispringer Michael Uhrmann, der bei Olympia vor einem Jahr noch um 25 Zentimeter an der Medaille vorbeiflog. "Man darf jetzt nicht erwarten, dass er hier zwei Einzelmedaillen abräumt, aber nach seinem vierten Platz bei Olympia fährt er mit dem festen Gefühl zur WM, dass es klingelt", erklärt Sportdirektor Thomas Pfüller. Ansonsten bauen die erfolgsentwöhnten Flieger neben den beiden Jungstars Kevin Horlacher (17) und Tobias Bogner (16) besonders auf den genesenen Martin Schmitt.

© SID

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