Wintersport WM
Deutsches Team hofft auf sechs bis acht Medaillen

Mit dem von DSV-Sportdirektor Thomas Pfüller ausgegebenen Ziel von "sechs bis acht Medaillen" geht das deutsche Team ab heute bei der Nordischen Ski-WM in Liberec an den Start.

Jobgarantie für die Bundestrainer, Erfolgszwang für das Rekordaufgebot - das deutsche Team soll bei der Nordischen Ski-WM im Winterwunderland Liberec zum Stammgast auf dem Podest werden. "Wenn wir insgesamt sechs bis acht Medaillen gewinnen, liegen wir im Plan für Olympia 2010", sagt Sportdirektor Thomas Pfüller dem Sport-Informations-Dienst (sid). Den Startschuss soll zum Auftakt am Donnerstag Titelverteidiger Ronny Ackermann geben, der sich nach dem Comeback auf der WM-Schanze am tiefverschneiten Jested mit einem Grinsen wieder fit meldete.

"Ich fühle mich gut, mit der Schanze kann ich mich anfreunden", sagte der viermalige Kombinierer-Weltmeister vor der WM-Premiere des Massenstarts: "Die Devise heißt volle Attacke." Pfüller erwartet von der mehr als 100 000 Euro teuren WM-Expedition in jeder der drei Sparten Skispringen, Kombination und Langlauf Edelmetall.

Hohe Erwartungen an Langläufer

Unabhängig von den Ergebnissen bei der Rekordzahl von 20 Entscheidungen in Tschechien werden die drei Bundestrainer Werner Schuster (Skispringen), Hermann Weinbuch (Kombination) und Jochen Behle (Langlauf) ihre Position mindestens bis zu den Olympischen Spielen in einem Jahr behalten. "Die drei bleiben auf alle Fälle, mit ihnen gehen wir Vancouver an", sagte Pfüller.

Neben den Kombinierern, die mindestens drei Medaillen in vier Wettbewerben holen sollen, erwartet der Sportdirektor besonders von der am Dienstag in Liberec angereisten Medaillenschmiede Langlauf Topergebnisse. Der zweite deutsche Titelverteidiger Axel Teichmann, der bei der Eröffnungsfeier die deutsche Fahne tragen wird, und Tobias Angerer haben in dieser Saison bereits Weltcups gewonnen. "Die beiden können uns bei der WM sehr viel Freude bereiten", sagt Behle, der mit den Bedingungen in Liberec rundum zufrieden ist: "Fast alles ist perfekt, im Gegensatz zur Generalprobe gibt es nichts zu meckern."

Pfüller: "Wir wollen im Team die Medaille gewinnen"

Da die zweimalige Vizeweltmeisterin Evi Sachenbacher-Stehle wie das gesamte Frauenteam der Form von vor zwei Jahren hinterherrennt, hat Behle "nur drei Medaillen" als Mindestziel ausgegeben. Wegen der Misere wurde in einer Nacht- und Nebelaktion sogar die unbekannte 18 Jahre alte Biathletin Miriam Gössner als 29. Mitglied des deutschen WM-Rekordaufgebots für den Sprint nominiert.

Im Skispringen werden den fliegenden Frauen die größten deutschen Medaillenhoffnungen eingeräumt. Die in dieser Saison schon auf Platz 1 geflogenen Ulrike Gräßler und Anna Häfele gehören am Freitag zu den Topfavoriten, wenn erstmals WM-Gold vergeben wird. Nicht ganz so gut sind die Chancen bei Martin Schmitt und Co., die sich bis auf ihren Vorflieger am Dienstag mit einem Sondertraining den letzten Schliff vor der WM holten. "Wir wollen im Team die Medaille gewinnen. Und wenn Martin im Einzel auf dem Podest landet, dann würde ich einen Jubelschrei loslassen", sagt Pfüller.

WM-Chefin Neumannova wünscht Deutschland "viele Medaillen"

Skispringer und Kombinierer wohnen mit eigenem Koch in eigens angemieteten Häusern, um dem drohenden Chaos in Liberec zu entgehen. "Wir sind für alles gut gerüstet, Ausreden gibt es nicht", meint der Sportdirektor. Pfüller erwartet eine ordentliche WM, obwohl Organisationsmängel, horrende Hotelpreise und eine Diebstahlserie vor den Titelkämpfen für Negativschlagzeilen sorgte. Erst eine Finanzspritze von sieben Mill. Euro von der tschechischen Regierung rettete die Organisatoren vor der Pleite.

Der Dauerschneefall der vergangenen Tage hat alle Probleme in Liberec erstmal verschwinden lassen. Jetzt hofft selbst WM-Chefin Katerina Neumannova mit Blick auf die angepeilten 200 000 Zuschauer auf deutsche Erfolge: "Wir brauchen die deutschen Fans, deshalb wünsche ich auch den Deutschen viele Medaillen."

© SID

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