Wintersport WM
Friesinger will es Enke gleichtun

Nach dem Titel bei der Sprint-WM in Hamar soll nun die Mehrkampf-Krone her: Als erste Eisschnellläuferin nach Karin Enke will Anni Friesinger bei der WM in Heerenveen den Doppelschlag perfekt machen.

Anni Friesinger hat Großes vor: Nach dem Sieg bei der Sprint-WM in Hamar vor knapp drei Wochen will die Team-Olympiasiegerin auch bei den Mehrkampf-Titelkämpfen am Wochenende im Eisschnelllauf-Mekka Heerenveen Gold holen. Dieser Doppelschlag ist bislang nur der Dresdnerin Karin Enke 1984, 1986 und 1987 und bei den Herren Jahrhundert-Läufer Eric Heiden (USA/1977-1 980) gelungen.

Doch Friesinger bleibt zurückhaltend. "Ich bin Sprint-Weltmeisterin geworden. Dieser Titel hat mir noch gefehlt, was will ich also jetzt noch mehr?", sagte die Allround-Weltmeisterin von 2001, 2002 und 2005. Friesinger ist zudem sicher: "Ireen Wüst ist spätestens nach ihrem Auftritt beim Weltcup in Turin die Favoritin."

Am vergangenen Wochenende hatte die Niederländerin Friesinger auf der Olympiabahn im Oval Lingotto über 1500m im direkten Duell auf Platz zwei verwiesen und um mehr als eine Sekunde distanziert. Nicht von ungefähr reicht die Deutsche die Favoritenbürde nur allzu gerne an die 20-Jährige weiter.

Pechstein nicht im engeren Favoritenkreis

Auch bei der EM vor einem Monat in Klobenstein, auf die Friesinger verzichtet hatte, war Wüst als Favoritin gestartet. Sie verschenkte aber im abschließenden 5 000-m-Rennen einen komfortablen 14-Sekunden-Vorsprung und musste sich noch der Tschechin Martina Sablikova geschlagen geben.

Entsprechend defensiv bleibt auch Wüst, die sich vor der EM weit aus dem Fenster gelehnt hatte ("Schade, dass Anni nicht dabei ist. Dann muss ich sie halt ein anderes Mal schlagen"). Turin habe ihr gut getan, und die gute Form habe sie mit nach Heerenveen genommen, meinte Wüst, die auch bei der Sprint-WM Zweite wurde - hinter Friesinger. Ansprüche auf den Titel meldete sie diesmal nicht an.

Neben Friesinger und Wüst zählen Sablikova und Titelverteidigerin Cindy Klassen (Kanada), die nach ihrer Wettkampfpause zu Saisonbeginn allerdings noch immer nicht zu alter Stärke zurückgefunden hat, zu den Favoritinnen. Claudia Pechstein gehört diesmal nicht dazu.

"Ich bin fit, und in Turin war ich über 3000m auch wieder nah dran an den Podestplätzen. Aber ich bin realistisch genug, um zu wissen, dass ich diesmal nicht unbedingt eine Anwärterin auf die Plätze eins bis drei bin", meinte die Berlinerin. Pechstein, die bei der völlig verpatzten EM in Klobenstein nur Rang fünf erreicht hatte, will allerdings die Hoffnung auf Edelmetall noch nicht ganz aufgeben: "Ich träume natürlich davon, dass meine Serie auch in Heerenveen hält."

Schneider plant Sprung in die Weltspitze

Pechstein schaffte das Kunststück, in den vergangenen elf Jahren bei den Allround-Titelkämpfen elfmal aufs Treppchen zu laufen. Ihr Hauptaugenmerk legt Deutschlands erfolgreichste Winter-Olympionikin allerdings weiter auf das Saisonende, wenn vom 8. bis 11. März in Salt Lake City die Einzelstrecken-WM auf dem Plan steht.

Für Tobias Schneider steht hingegen in Heerenveen der Saisonhöhepunkt an. Der Berliner, der in Turin eine viel versprechende Generalprobe gab (Achter über 1500m, Sechster über 5000m), will sich mit einem Platz unter den Top zehn endgültig in der Weltspitze etablieren. Eine einstellige Platzierung - Rang neun - hatte zuletzt der Grefrather Christian Breuer 2001 erreicht.

© SID

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