Wintersport WM
Kritik an WM-Ausrichtern in Liberec wächst

Ein Jahr vor der Nordischen Ski-WM in Liberec beherrschen Organisationspannen die Schlagzeilen. Auch der Schneemangel ist ein Problem. Jetzt kommen noch horrende Hotelpreise dazu.

Die Nordischen Ski-Weltmeisterschaften im tschechischen Liberec stehen erst in gut einem Jahr auf dem Programm, aber die Mängelliste wird immer länger. Organisationspannen, Schneemangel und Diebstähle beherrschen die Schlagzeilen. Von Freitag bis Sonntag steht am Berg Jested Teil zwei der Generalprobe an, doch schon jetzt häuft sich auch wegen horrender Hotelpreise die Kritik am Ausrichter der Titelkämpfe vom 17. Februar bis 1. März 2009.

"Es gibt viele Orte, die deutlich bessere Bedingungen haben", meint Skilanglauf-Bundestrainer Jochen Behle. Er bemängelt, dass das WM-Organisationskomitee keinen Kunstschnee verwendet und stattdessen mit aus den Bergen herangekarrtem Uralt-Naturschnee eine 2,5-km-Notstrecke präpariert hat. Behle: "Ich weiß, dass sie da Schneekanonen haben und auch die Temperaturen dazu hatten, aber die Dinger wurden nicht verwendet. Es wird wohl sehr dreckig sein, da werden wir die Gummistiefel brauchen."

Diebstahlserie beim Flieger-Weltcup

Für Ärger sorgt zudem, dass bis zum ersten Wettkampftag der Kombinierer am Freitag nicht auf der bei Plustemperaturen dahinschmelzenden Strecke im Langlaufzentrum Vesec trainiert werden darf. Der im Januar geplante Continentalcup der Skispringer musste im einstigen Reichenberg schon wegen Schneeproblemen abgesagt werden. Am vergangenen Wochenende konnte der Flieger-Weltcup immerhin stattfinden, allerdings wurde er von einer Diebstahlserie überschattet.

In fünf Hotelzimmern entwendeten die gut informierten Langfinger in der Zeit des Wettbewerbs Notebooks, Kameras und Bargeld. Betroffen waren der japanische Assistent des Technischen Delegierten des Internationalen Skiverbandes FIS sowie Mitglieder aus dem TV-Team der ARD. Selbst das Organisationskomitee fand die Ereignisse "sehr alarmierend", zumal das Hotelmanagement keine vernünftigen Vorschläge für Schadenersatz parat hatte. Die Preise in den Herbergen sind dafür schon im Jahr vor der WM bis zum Vierfachen gestiegen.

Kein gutes Zeugnis für die überforderten Organisatoren um die prominente Chefin Katerina Neumannova. Die Langlauf-Olympiasiegerin hatte im Sommer vergangenen Jahres auf Druck von höchster politischer Stelle den bisherigen Leiter Roman Kumpost abgelöst. Inzwischen sind die für 26 Mill. Euro modernisierten Wettkampfstätten zwar weitgehend fertig, bieten aber wegen der Pannen im Umfeld und des fehlenden Schnees momentan kein perfektes Bild.

Das mag bei der Generalprobe noch nicht so schlimm sein, aber 2009 sollen über 200 000 Touristen vor allem aus Deutschland zur WM kommen. Als Vorwarnung vor der ersten Ski-WM in Tschechien seit 84 Jahren ließ der Bürgermeister schon mal verkünden, dass er nicht garantieren könne, dass der Bierpreis bei den Titelkämpfen so niedrig wie gewohnt bleiben wird.

© SID

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