Wintersport WM
Rodler peilen vier Goldmedaillen an

Bei der Rodel-WM in Lake Placid wollen die deutschen Teilnehmer trotz erstarkter Konkurrenz die optimale Ausbeute von vier Goldmedaillen holen.

Die gesundheitlichen Probleme sind groß und die Konkurrenz sitzt dicht im Nacken - dennoch peilen die deutschen Rodler bei der WM in Lake Placid wieder die optimale Ausbeute von viermal Gold an. Ein Jahr vor den Olympischen Winterspielen von Vancouver haben die Rivalen allerdings mächtig aufgeholt, nur ein neuerlicher Erfolg bei den Frauen gilt heute auf der schwierigen Piste am Mount van Houvenberg als "sichere Bank".

"Klar, wir würden gern alle Titel erfolgreich verteidigen. Aber wir sind nicht vermessen - eine Medaille pro Disziplin ist das Ziel", meinte der neue Cheftrainer Norbert Loch: "Bei den Frauen dürfen es gern ein oder zwei mehr sein." Unter seinem Vorgänger Thomas Schwab, mittlerweile zum Sportdirektor aufgestiegen, holten die deutschen Kufenflitzer bei den letzten beiden Championaten, 2007 in Igls und 2008 in Oberhof, alle vier WM-Kronen.

Deutsche Siege bei den letzten elf Weltmeisterschaften

In den beiden vergangenen Jahren war jeweils die 25-jährige Tatjana Hüfner erfolgreich. In der Olympiastadt von 1932 und 1980 im US-Bundesstaat New York ist Europameisterin Natalie Geisenberger, die am Donnerstag ihren 21. Geburtstag feierte, wohl die einzige ernsthafte Herausforderin. Seit dem Triumph von Gerda Weissensteiner (Italien) im Jahr 1993 waren die deutschen Asse bei allen elf folgenden Weltmeisterschaften ganz vorn.

Bei den Männern jagen der 19-jährige Felix Loch, im Vorjahr der jüngste Rodel-Weltmeister aller Zeiten, und David Möller den zweimaligen Olympiasieger und viermaligen Weltmeister (1995, 2001, 2003, 2005) Armin Zöggeler aus Italien. Die beiden deutschen Asse sind dabei gehandicapt: Loch fiel die halbe Saison wegen einer komplizierten Schulterverletzung aus, Möller fährt seit Mitte Januar mit einem Kreuzbandriss.

Ein paar Hundertstel fehlen

"Sicher ist die Verletzung für Möller leicht hinderlich, aber er wird durchhalten und seine Gesamtleistung wird nicht so stark beeinflusst", so Norbert Loch. Sein 19-jähriger Sohn Felix Loch meinte: "Ich bin schon fit, die Schulter hält - aber es fehlen etwa vier Wochen Training, das sind schon ein paar Hundertstel."

Auch bei den Doppelsitzern haben die dreimaligen Weltmeister Andre Florschütz/Torsten Wustlich erheblichen Trainingsrückstand. Das Duo kehrte nach einer Bandscheiben-Operation von Florschütz im November erst vor wenigen Wochen in den Eiskanal zurück. Allerdings gehören heute in der ersten WM-Entscheidung auf der im Jahr 2000 erbauten Piste auch die viermaligen Weltmeister Patric Leitner/Alexander Resch und die jungen Vizeweltmeister Tobias Wendl/Tobias Arlt zum Favoritenkreis.

Italiener und Österreicher melden Ansprüche an

"Bei den Dopplern wird es eine ganz enge Kiste - das geht es schnell von Platz eins auf sieben", weiß Loch. Vor allem Italiener und Österreicher melden Ansprüche an. Resch, Olympiasieger von 2002, sagte: "Es ist unsere letzte WM. Es wäre natürlich schon, wenn es mit dem fünften Titel klappt. Auf dieser Bahn zählt jeder Lauf - und wir kennen sie gut. Das ist sicher ein Vorteil gegenüber den Jungspunden."

Bei den Frauen ist Hüfner schon ein alter Hase. "Mein Ziel ist der Titel, Ich bin optimistisch, dass es klappt", erklärte die Olympiadritte: "Ich hatte zwar in der Vergangenheit ein paar Probleme auf dieser Bahn, aber die Trainingswoche in dieser Saison hat mir sehr geholfen."

"Ich fahre voll auf Angriff"

Die Oberwiesenthalerin Hüfner gewann im Weltcup fünf von sieben Rennen, zweimal wurde sie hinter Geisenberger Zweite. Die Blondine aus Bayern gibt sich kämpferisch, will die Favoritin vom Thron stoßen: "Ich fahre voll auf Angriff."

Im nichtolympischen Teamwettbewerb, diesen gewannen die Deutschen siebenmal hintereinander, starten laut Norbert Loch zum Abschluss die jeweils besten Athleten der Einzelkonkurrenzen.

© SID

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