Wladimir Klitschko
"Das war unter der Gürtellinie"

Nach seinem klaren Punktsieg über den Briten David Haye rechnet Wladimir Klitschko mit seinen Kritikern ab - und einem Gegner, der die Klitschko-Familie seit Jahren provoziert hatte.
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HamburgAuf der Pressekonferenz nach dem Kampf äußerte sich Wladimir Klitschko ausführlich zu seiner Genugtuung.

Frage: Wladimir Klitschko, der angekündigte 50. K.O.-Sieg ist Ihnen gegen David Haye nicht gelungen. Wie zufrieden sind sie trotzdem mit dem Kampf?

Klitschko: Es war ein tolles Event. Der Kampf war sehr spannend für mich. Ich hatte natürlich gehofft, dass wir nicht nur alle vier Titel in die Familie holen können, sondern, dass ich auch meinen 50. K.O.-Sieg feiern kann. Das hat nun leider nicht geklappt. Aber die Entscheidung war auch so klar. Letztlich haben wir alle Titel vereinigt, das zählt am meisten.

Sie sind nur selten mit Ihrer Schlaghand voll ins Ziel gekommen. Woran lag das?

Ich muss David Haye Respekt für seine boxerischen Fähigkeiten aussprechen. Er war immer sehr aufmerksam und sehr vorsichtig. Ich habe heute aber nichts von dem aufregenden Angriffsstil gesehen, der ihn sonst auszeichnet. Es war jedoch nicht einfach, ihn zu treffen. Er war wirklich schnell und variabel.

Haye ist ein ehemaliger Cruisergewichtler und fast 14 Kilo leichter als Sie. War es ein Missmatch?

Er hatte Mut. Der Boxsport hat diesen Kampf gebraucht. Um im Schwergewicht zu bestehen muss man aber groß und stark sein. Es reicht nicht, einfach von einer anderen Gewichtsklasse hochzukommen. Ich glaube, dass es für Haye sehr schwierig ist, gegen richtige Schwergewichtler zu kämpfen.

David Haye hat Sie und Ihren Bruder über zwei Jahre ständig provoziert. Wie sehr nagten diese Beleidigungen an Ihnen?

Er hat mich wirklich angepisst. Das war unter der Gürtellinie. Es war auch nicht cool. Deshalb bin ich auch unglücklich, dass es mit dem K.O. nicht geklappt hat. Der Kampf und das Ergebnis sprechen aber für sich selbst.

Sie haben jetzt auch den letzten ernst zunehmenden Gegner im Schwergewicht geschlagen. Bereitet Ihnen das besondere Genugtuung, nachdem Sie oft genug wegen langweiliger Kämpfe und angeblich schwacher Gegner kritisiert wurden?

Nach meinen zwei Niederlagen 2004 war ich am Boden und fast zerbrochen. Aber ich bin drangeblieben und wiedergekommen. Heute kann ich meinen Kritikern sagen, sie sollen ihre Klappe halten. Aber ich muss mich auch bei ihnen bedanken, sie haben mich zusätzlich motiviert.

David Haye erklärte nach dem Kampf, er sei nicht in der Lage gewesen, seine beste Leistung zu zeigen, weil er durch einen Zehenbruch entscheidend gehandicapt war.

Ich kann Haye nur den Rat geben, nie nach einer Niederlage über eine Verletzung zu sprechen. Man sieht sonst als ein schlechter Verlierer aus. Hat Haye ein Attest? Der Zeh sieht doch eher wie nach einem Bienenstich aus.

Agentur
dapd 
DAPD Deutscher Auslands-Depeschendienst GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Wladimir Klitschko: "Das war unter der Gürtellinie""

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  • man muss den klitschkos alle achtung zollen.nichts ist im boxen schwerer als von niederlagen wieder hoch zu kommen.Dies ist nicht wie bei anderen Sportarten.zudem haben sie sauber gekaempft und fuer den deutschen Boxsport grosse verdienste errungen.dies sollte sich auch in Ehrungen niederschlagen.

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