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WM-Gold für Kanuten Dörfler und Bahmann Senft

Gleich zwei Goldmedaillen haben die deutschen Slalomkanuten bei der WM in Australien abgestaubt. Im Einerkajak sorgte Fabian Dörfler für Gold, im Zweier-Canadier überraschten Christian Bahmann/Michael Senft mit dem Sieg.

Überraschender Erfolg für die deutschen Slalomkanuten bei der WM im australischen Penrith. Gleich zwei Goldmedaillen konnten die Athleten des Deutschen Kanu-Verbandes (DKV) auf ihrem Konto verbuchen. Der 22-jährige Fabian Dörfler (Augsburg) im Einerkajak und Christian Bahmann/Michael Senft (Bad Kreuznach) im Zweier-Canadier setzten sich am zweiten Finaltag auf der Olympiastrecke von 2000 durch. Außerdem gab es für den Deutschen Kanu-Verband (DKV) in den vier olympischen Disziplinen eine Silber- und eine Bronzemedaille, ein solch grandioses Abschneiden hatte es für deutsche Slalom-Paddler letztmals vor 20 Jahren gegeben.

Hinter den Olympiavierten Bahmann/Senft sowie den Slowaken Milan Kuban/Marian Olejnik (4,62 Sekunden zurück) wurden die Titelverteidiger und Olympiasieger Marcus Becker/Stefan Henze (Halle/Saale - 6,09) Dritte. Dörfler gewann vor Titelverteidiger Fabien Lefevre (Frankreich/2,74) und Peter Sibak (Slowakei/5,90).

"Unglaublich. Das war ein toller Einstand im zivilen Leben, vorgestern bin ich bei der Armee entlassen worden und nun habe ich Gold", sagte der 22-jährige Dörfler. Der Einerkajak-Spezialist aus Augsburg hatte im Vorjahr noch die Olympia-Teilnahme verpasst, nun stand der Neu-Student mit strahlendem Lachen bei seiner WM-Premiere auf dem Siegerpodest. 2,74 Sekunden war er in zwei Läufen schneller als Titelverteidiger Fabien Lefevre (Frankreich).

"Das wird eine teure Feier"

Der mit Dörfler befreundete Thomas Schmidt, vor fünf Jahren auf dieser Strecke Olympiasieger und nun als Coach der Neuseeländer dabei, hatte mit ein paar Ratschlägen unterstützt. "Es gibt ein gutes Gefühl, wenn man sich mit einem so erfahrenen Mann austauschen kann", meinte Dörfler. Der neue Kajak-Bundestrainer Helmut Schröter sagte: "Das wird eine teure Feier, ich geben einen aus - zum Glück habe ich ein paar Aspirin eingepackt."

Bei Canadier-Routinier Michael Senft, Olympiadritter von 1996, gerieten vier Tage nach seinem 33. Geburtstag die Abschiedspläne ins Wanken. "Ein unbeschreibliches Gefühl. Ich bin so viele Jahre erfolgreich dabei, aber der ganz große Sprung ist nie gelungen", sagte Senft: "Eigentlich war der Abschied definitiv, aber nun werden wir uns zusammensetzen und bereden, ob ich Peking 2008 in Angriff nehme." Der Familienrat mit Frau und Eltern gehörte nach der "ein bisschen veränderten Situation" zu den ersten Gratulanten.

Auch Christian Bahmanns Mutter Angelika hatte an der Strecke die Daumen gedrückt. Die Olympiasiegerin von 1972 aus Leipzig bejubelte die erste "große" Medaille ihres 24-jährigen Filius´, der in Athen als Vierter das Podest noch knapp verfehlt hatte. "Ich bin super glücklich, dass er hier in meine Fußstapfen getreten ist", sagte die zweimalige Weltmeisterin: "Da sind auch ein paar Tränchen gerollt." Das Canadier-Duo aus Bad Kreuznach war 4,62 Sekunden schneller als die Slowaken Milan Kuban/Marian Olejnik.

"Freuen uns riesig"

Die Titelverteidiger Becker/Henze (Halle/Saale) paddelten im Finale mit Bestzeit noch vom achten Rang zu Bronze. "Wir freuen uns riesig", so Henze. Jeweils eine Stunde vor dem Lauf musste Becker wegen eines Knorpelschadens im Rippenbogen mit Schmerzmitteln gespritzt werden. "Ich habe nichts gespürt", sagte er.

Am ersten Finaltag hatte Mandy Planert (Leipzig), nur 2,83 Sekunden von Olympiasiegerin Elena Kaliska (Slowakei) geschlagen, den zweiten Rang belegt. "Ich bin sehr glücklich über mein zweites WM-Silber. Das ist für mich mehr wert als der erste Erfolg, diesmal gehörte ich zu den Favoriten und habe die Nerven behalten", sagte die Vizeweltmeisterin von 2002. Ihr Freund und Canadier Jan Benzien (Leipzig) verpasste als Vierter beim Sieg des Australiers Robin Bell dagegen einen Podestplatz.

© SID

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