WM in China
Tischtennis-As Timo Boll kommt in Fahrt

Timo Boll hat aus den Fehlern der Vergangenheit gelernt. Zwei Jahre nach seinem deprimierenden Zweitrunden-Aus bei der WM in Paris qualifizierte sich der Weltranglisten-Fünfte am Montag mit zwei deutlichen Siegen für die dritte Runde bei der Tischtennis-Weltmeisterschaft in Schanghai.

HB SHANGHAI. Der 24-jährige Linkshänder aus Gönnern machte es damit besser als Titelverteidiger Werner Schlager aus Österreich, der diesmal im Einzel und Doppel bereits im zweiten Durchgang auf der Strecke blieb. "Ich musste mich erst an die Atmosphäre in der Haupthalle gewöhnen, wo es lauter und viel unruhiger ist. Jetzt läuft es von Spiel zu Spiel besser", sagte Boll.

Der Ex-Europameister hatte beim 4:1 gegen den Portugiesen Joao Monteiro zunächst einige Mühe, fegte dann aber Johnny Huang (Kanada) vor 9000 Zuschauern mit 4:0 förmlich vom Tisch. Im Doppel standen Boll und sein Düsseldorfer Partner Christian Süß nach einer starken Vorstellung bereits im Achtelfinale. Hier fordert das deutsche Duo an diesem Dienstag die Olympia-Dritten Michael Maze/Finn Tugwell aus Dänemark heraus.

"Das war ein Überlebenskampf", kommentierte DTTB-Cheftrainer Dirk Schimmelpfennig den Großeinsatz in den vier Hallen des Schanghai Gymnasiums. Bei 27 Spielen mit DTTB-Beteiligung wechselten Licht und Schatten. Im Sog von Ex-Europameister Boll erreichten auch Zoltan Fejer-Konnerth (Grenzau), Jörg Roßkopf (Gönnern) und Bastian Steger (Düsseldorf) die dritte Runde.

Steger warf nach einem 0:3-Rückstand den EM-Zweiten Jean-Michel Saive (Belgien) in einer Klasse-Partie aus dem Rennen. 12:10 hieß es am Ende für den Düsseldorfer im letzten Satz. Auch Roßkopf imponierte bei seinem 13. WM-Turnier seit 1985 durch großen Kampfgeist und siegte 4:3 gegen Wu Chih-Chi (Taiwan).

Bei den Damen spielt Elke Wosik (Busenbach) nach dem unerwarteten Aus von Nicole Struse (Kroppach) die Rolle der Alleinunterhalterin. Das Achtelfinale erreichten zudem kampflos das Damen-Duo Nicole Struse/Kristin Silbereisen sowie Zoltan Fejer-Konnerth/Nicole-Struse im Mixed. Die Kombination warf fast sensationell Olympiasieger Ryu Seung Min und dessen südkoreanische Partnerin Kim Hye Hyun aus dem Rennen. "Vor dem Spiel habe ich gedacht, dass die uns vom Tisch hauen. Aber dann haben wir gemerkt, dass Kim nervös ist und Ryu leichte Fehler macht. Bei uns lief es einfach gut", sagte Fejer- Konnerth.

Größte Enttäuschung im DTTB-Team war die 3:4-Niederlage von Struse gegen die zwölf Plätze in der Weltrangliste hinter ihr eingestufte Japanerin Sayaka Hirano. Die deutsche Meisterin, die von einer Sehnenentzündung in der rechten Schlaghand behindert wurde, verlor trotz einer 8:6-Führung im letzten Satz. Eine starke Partie zeigte WM-Debütantin Kristin Silbereisen (Homberg) beim knappen 3:4 gegen die Weltranglisten-Sechste Li Jia Wei aus Singapur.

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