sonstige Sportarten
Wolfsburg gibt sich trotzig, Kassel feiert

Nach dem DEL-Lizenzentzug der Grizzly Adams Wolfsburg peilen die Niedersachsen mit aller Macht den erneuten Aufstieg an. Währenddessen versammelten sich die Fans der Kassel Huskies zu einer spontanen Fete.

Krokodilstränen in Wolfsburg, Jubel in Kassel: Dem Lizenzentzug der Grizzly Adams Wolfsburg durch die DEL begegnen die "Bären" mit einer Trotzreaktion, während in Hessen die Sektkorken knallen. "Wir werden versuchen, die Mannschaft zusammenzuhalten und auf sportlichem Weg sofort in die DEL zurückzukehren", kündigte Wolfsburgs Geschäftsführer Rainer Schumacher an.

Der Klub muss am 6. Juli seine Unterlagen bei der Spielbetriebs-Gesellschaft des Deutschen Eishockey-Bundes (DEB) einreichen, um am Lizenzierungsverfahren der zweiten Liga teilnehmen zu können. Wolfsburg wird seinen Etat im Unterhaus spürbar herunterschrauben müssen, weil die Zuschauereinnahmen deutlich geringer ausfallen dürften als in der DEL. Trotzdem soll der bislang zusammengestellte Kader, der auf die DEL ausgerichtet war, fast komplett gehalten werden.

Eckpfeiler sollen gehalten werden

Klar ist allerdings, dass Nationalverteidiger Lasse Kopitz einen neuen Klub sucht. Der Slowake Richard Pavlikovsky wird mit dem HC Lausanne in Verbindung gebracht. Ob Stürmerstar Ivan Ciernik, der von den Kölner Haien umworben wird, zum Bleiben bewegt werden kann, ist noch fraglich. Der Rest des Kaders scheint bereit zu sein, auch nach dem Zwangsabstieg für den EHC aufzulaufen.

Die Gesellschafter der 14 DEL-Vereine hatten dem EHC am Dienstag die Lizenz verweigert, weil die Spielstätte des Klubs keine ausreichende Kapazität aufweist. Die Liga lehnte auch eine finanzielle Entschädigung ab. Die Wolfsburger hatten angeboten, ein Treuhandkonto mit einem siebenstelligen Betrag zur Verfügung zu stellen, bei dem sich die DEL in regelmäßigen Abständen hätte bedienen dürfen. Doch auch die Aussicht auf das Geld stimmte die Klubs nicht um.

Zugeständnisse vergebens

"Ich kann nur spekulieren, aber vielleicht wollten einige Vereine unsere Zugehörigkeit verhindern, weil sie Angst vor einem zu starken EHC Wolfsburg haben", sagte Schumacher. Hintergrund ist die Tatsache, dass die Liga nach der kommenden Saison keine Absteiger mehr ausspielen wird. Das heißt, der Klub, der in der Spielzeit 2005/2 006 absteigt, wird möglicherweise auf lange Zeit nicht auf sportlichem Weg in die DEL zurückkehren können. Wolfsburg machte sogar das Zugeständnis, keine zusätzlichen Spieler mehr unter Vertrag zu nehmen, um den aktuellen Kader für die kommende Spielzeit nicht noch weiter zu verstärken - vergebens.

Das Hallenprojekt des EHC wird derweil trotz des Rückschlags weiter vorangetrieben. Die neue Halle mit einer DEL-tauglichen Kapazität von über 5 000 Zuschauern soll am 31. Juli 2006 fertiggestellt werden.

Spontane Party in Kassel

Rege Betriebsamkeit herrscht unterdessen bei den Kassel Huskies, die als sportlicher Absteiger in die DEL nachrücken. Zurzeit stehen lediglich Kapitän Tobias Abstreiter, Torwart Joaquin Gage sowie Neuprofi Manuel Klinge unter Vertrag. Der Freude der Anhänger tat dies keinen Abbruch. Sie versammelten sich am Dienstag vor der Eishalle zu einer spontanen Party.

"Ich habe geweint vor Freude", sagte Kapitän Tobias Abstreiter. Ab sofort macht sich Manager Joe Gibbs auf die Suche nach einem neuen Trainer. Topkandidat ist der frühere Mannheimer Meistermacher Bill Stewart.

© Sport-Informations-Dienst, Neuss

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%