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Wunderkind Nadal stürzt Federer

Das Tennis-Wunderkind Rafael Nadal hat Roger Federer entzaubert und greift gleich bei seinem Paris-Debüt nach dem French-Open-Titel.

dpa PARIS. Das Tennis-Wunderkind Rafael Nadal hat Roger Federer entzaubert und greift gleich bei seinem Paris-Debüt nach dem French-Open-Titel.

An seinem 19. Geburtstag am 3. Juni bestand der spanische Jungstar mit Bravour seine Reifeprüfung gegen den Weltranglistenersten aus der Schweiz und gewann das hochklassige Halbfinale mit 6:3, 4:6, 6:4, 6:3. Im Finale trifft der Teenager auf den ungesetzten Argentinier Mariano Puerta. Der "Sandmann" setzte sich mit 6:3, 5:7, 2:6, 6:4, 6:4 gegen den Russen Nikolaj Dawidenko durch und steht wie Nadal erstmals in einen Grand-Slam-Endspiel.

Während Federer die Jagd auf den letzten ihm noch fehlenden Grand-Slam-Titel erfolglos beenden musste, könnte Nadal als erster Spieler seit dem Schweden Mats Wilander 1982 die French Open gleich bei seinem ersten Start in Paris gewinnen. Dass er die Fähigkeiten dazu hat, bewies der bärenstarke Mallorquiner gegen Federer. Mit dem Sieg im "wahren Finale" ("Le Parisien") baute Nadal seine Erfolgsserie auf 23 Matches ohne Niederlage aus und ließ den Schweizer erst zum dritten Mal in diesem Jahr als Verlierer vom Platz gehen.

Das Unheil für den Weltmeister und Wimbledonsieger hatte sich schon im ersten Satz angebahnt. Obwohl sich Federer auf das ungewohnte Duell gegen einen Linkshänder mit einem Nachwuchsspieler aus Venezuela vorbereitet hatte, ließ er sich überrumpeln und verlor mit ungewohnt hoher Fehlerquote den ersten Satz im Laufe des Turniers. Ein kurzer, aber kräftiger Regenguss zu Beginn des zweiten Durchgangs rüttelte Federer wach. Er fand seinen Rhythmus und begann, den "Prügelknaben" mit Tempowechseln zu verunsichern. Doch mit unbändigem Willen trotzte Nadal der Erfahrung des Tennis-Ästheten und entschied, anders als im März im Finale des Masters-Turniers in Miami, das Kräftemessen für sich.

Das zweite Halbfinale stand im Schatten des Schlagabtauschs zwischen Federer und Nadal. Puerta, der in dieser Saison ausschließlich auf Sand gespielt hat, hatte in dem 3:29 Stunden dauernden Fünfsatzmatch gegen Dawidenko die besseren Nerven. "Ich fühle mich wie im Paradies. Dieses Turnier hat mein Leben verändert", sagte der 26 Jahre alte Linkshänder aus Buenos Aires, der von Oktober 2003 bis Juli 2004 wegen Dopings gesperrt war.

In Puerta hat zum dritten Mal nacheinander ein ungesetzter Spieler das Finale der French Open erreicht. 2003 verlor der Niederländer Martin Verkerk gegen den Spanier Juan Carlos Ferrero. Im vergangenen Jahr gewann Puertas Landsmann Gaston Gaudio mit einem Fünfsatzsieg gegen Guillermo Coria sensationell den Titel. Der seit Jahren in Salmtal in der Nähe von Trier lebende Dawidenko wird nach dem ersten Grand-Slam-Halbfinale seiner Karriere auf den dritten Platz der Jahres-Weltrangliste vorrücken.

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