Wunsch nach Einzel-Gold bleibt unerfüllt
Kranke Friesinger erntet nur Blech

Sie war die Titelverteidigerin über die 1500 Meter und hatte sich auch diesmal wieder so viel vorgenommen, aber am Ende stand die Deutsche wieder mit leeren Händen im Oval Lingotto.

TURIN. Es war der bitterste Moment in der Karriere von Anni Friesinger. Ihr Wunsch nach einer Goldmedaille über eine Einzelstrecke bei den Olympischen Spielen in Turin wird wahrscheinlich unerfüllt bleiben. Auf ihrer Paradestrecke über 1 500 Meter musste sich die 29-Jährige vier Jahre nach ihrem Olympiasieg gestern in 1:57,31 Minuten mit einem undankbaren vierten Platz zufrieden geben.

Die Goldmedaille im Oval Lingotto gewann die Kanadierin Cindy Klassen (1:55,27), die nach zweimal Silber und einmal Bronze ihre vierte Medaille in Turin holte, vor ihrer Landsfrau Kristina Groves (1:56,74) und der niederländischen 1 000-Meter-Olympiasiegerin Ireen Wüst (1:56,90).

Völlig fertig beendete Anni Friesinger das direkte Duell im vorletzten der 18 Paare gegen Klassen. Entgeistert nahm sie ihre Zeit auf der Anzeigetafel zur Kenntnis. Die zwölffache Weltmeisterin, der seit Tagen ein heftiger Husten zu schaffen macht, setzte sich erschöpft auf die Bank am Tisch des Starter-Teams. Zu diesem Zeitpunkt lag sie noch Platz drei - sie hatte noch Hoffnung, nach dem Team-Gold und Bronze über 1000 Meter ihre dritte Medaille zu gewinnen.

Im letzten Paar entriss ihr jedoch die 19-jährige Wüst noch die Bronze-Plakette. "Leistungssport ist oft eine Achterbahn der Gefühle", sagte Friesinger. "Ich werde über 1500 Meter sicher nicht wie Phönix aus der Asche kommen", hatte sie am Montag Abend schon angekündigt. In den vergangenen 13 Monaten hatten Friesinger und Klassen den Weltrekord über die lange Sprintstrecke abwechselnd fünfmal verbessert, bis Klassen im November in Salt Lake City sagenhafte 1:51,79 Minuten lief.

Am Samstag können die schnellen Damen noch einmal auf Medaillen hoffen, wenn die 5 000-Meter- Entscheidung ansteht. Die Langstrecke ist die beste Disziplin der fünfmaligen Olympiasiegerin Pechstein, die aber wie Friesinger angeschlagen ist. An ihrem 34. Geburtstag trainierte die Berlinerin dick verpackt mit Schal und Mütze.

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