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Zabel feiert traumhaften Ausstand bei T-Mobile

In seinem letzten Rennen für das T-Mobile-Team hat Erik Zabel die 99. Auflage des Klassikers Paris-Tours gewonnen. Der Sprinter, der den Bonner Rennstall nach 13 Jahren verlässt, setzte sich im Schlussspurt durch.

Seine tolle Zeit beim T-Mobile-Team krönte Erik Zabel mit einem fantastischen Abschluss: Bei seinem letzten Auftritt für den Bonner Rennstall hat Zabel die 99. Auflage der Rad-Fernfahrt Paris-Tours gewonnen. Nach 253,5km entschied der Sprintstar den Schlussspurt des vorletzten Rennens der Protour-Saison vor dem Italiener Davide Bennati (Lampre) für sich.

Mit einer halben Radlänge Vorsprung erreichte der mit 193 Siegen erfolgreichste deutsche Radprofi das Ziel. Der Vize-Weltmeister von 2004 verlässt den Bonner Rennstall nach 13 Jahren und wird in der kommenden Saison für die deutsch-italienische Milram-Mannschaft fahren. "Ich habe direkt gewusst, dass ich gewonnen habe", sagte Zabel nach seinem "Panther-Sprung"über die Ziellinie auf der Avenue de Grammont.

Der 35-Jährige strafte in unnachahmlicher Art die Kritiker Lügen und machte in 5:17:18 Stunden seinen dritten Sieg in Tours nach 1994 und 2003 perfekt. Als zuvor einziger Deutscher hatte nur Jürgen Tschan 1970 die Fernfahrt in Frankreich gewinnen können.

"Ein Traum ist in Erfüllung gegangen. Ich wollte mich mit einem Sieg verabschieden, das ist mir heute hervorragend geglückt", sagte der langjährige Wegbegleiter von Superstar Jan Ullrich, der bei T-Mobile nicht mehr ins Konzept passt. Wehmut oder Häme kamen bei Zabel nach dem Abschieds-Triumph nicht auf: "Es waren 13 wunderbare Jahre, zwölf davon waren eine einzige Party, das letzte nicht ganz so gut. Aber auch dieses Jahr möchte ich nicht missen. Unterm Strich hat es sich gelohnt", lautete Zabels Bilanz.

Von Unna in die Welt

Am letzten Arbeitstag in den Magenta-Farben kehrte Zabel auf der Fahrt nach Tours am Sonntag zu den Anfängen seiner beispiellosen Karriere zurück. In der ehemaligen Hauptstadt der keltischen Turonen war der Stern des 1993 zum damaligen Telekom-Team gewechselten Ost-Berliners am 2. Oktober 1994 aufgegangen.

An der Loire hatte der Sprinter damals sensationell sein erstes Weltcuprennen gewonnen und die Serie von bisher 193 Profisiegen gestartet. Rund zehn Monate später folgte mit dem Gewinn der ersten beiden von insgesamt zwölf Etappen bei der Tour de France der endgültige Aufstieg in die VIP-Abteilung des Radsports.

Als viermaliger Sieger von Mailand-San Remo schrieb Zabel ebenfalls Radsport-Geschichte. Ein Kapitel hat er mit seinem zweiten Saisonsieg nun beendet, im kommenden Jahr soll bei Milram an der Seite von Italiens Sprintstar Alessandro Petacchi eine weitere Ära eingeleitet werden. Mit dem Sieg am Sonntag betrieb er beste Eigenwerbung.

Ausreißergruppe gestellt

Im Gegensatz zu Zabel war der Italiener Danilo Di Luca beim vorletzten Rennen der Protour-Saison wenig motiviert. Der vorzeitig als Protour-Gesamtsieger feststehende Liquigas-Profi stieg etwa 50km vor dem Ziel vom Rad.

Der Sieger der Frühjahrs-Klassiker Amstel Gold Race und Fleche Wallonne hatte sich zuvor ebensowenig wie die Kollegen der deutschen Rennställe Team Gerolsteiner und T-Mobile an der Verfolgung eines Ausreißertrio beteiligt.

Die Fluchtgruppe war nach dem rund 120km langen Ausritt mit zeitweise fast acht Minuten Vorsprung erst bei Kilometer 211 wieder eingeholt worden. Zu diesem Zeitpunkt waren T-Mobile-Profi Daniele Nardello (Italien) und der "Gerolsteiner" Sebastian Lang (Erfurt) schon lange ausgestiegen.

Das Radsport-Jahr geht am kommenden Wochenende in Italien zu Ende. Bei der Lombardei-Rundfahrt ist Zabel nicht mehr am Start. Das "Rennen der fallenden Blätter" ist das letzte von insgesamt 27 der Protour-Saison.

© SID

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